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Hamburg: Pflegeeltern gesucht!

Die Stadt will mehr Schwule und Lesben dazu motivieren, ein Pflegekind aufzunehmen.

Anlässlich der gerade in Hamburg stattfindenden Pride Week wirbt die Stadt verstärkt um Schwule und Lesben als Pflegeeltern: „Hamburg ist bunt – das ist die gesellschaftliche Realität”, betont Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) in einer Mitteilung. „Lesben und Schwule müssen bei der Vermittlung von Pflegekindern gleich behandelt werden, denn sie können genau so gute Eltern sein wie heterosexuelle Menschen.” Um mehr Menschen aus der Community zu erreichen, hat sich die Leonard mit den Organisatoren des Hamburger CSD zusammengetan.

Die Anforderungen an Pflegeeltern sind gestiegen.

In Hamburg gibt es derzeit rund 3.000 Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihren leiblichen Eltern leben. Gleichzeitig gab es laut der Hamburger Sozialbehörde in den vergangenen Jahren immer weniger Menschen, die bereit waren, Pflegekinder aufzunehmen. Während es im Jahr 2013 noch 1.137 Pflegefamilien waren, liegt die Zahl heute nur noch bei 1.036. Grund ist unter anderem, dass die Anforderungen an Pflegeeltern seit dem tragischen Tod einer Elfjährigen in einer Pflegefamilie im Jahr 2012 gestiegen sind. Viele Menschen nehmen laut der Sozialbehörde an Informationsveranstaltungen teil, verfolgen den Weg aber dann nicht weiter.

Sexualität ist laut Senatorin nicht entscheidend

Mit der Kampagne “Kindern ein Zuhause geben” will die Sozialsenatorin nun mehr Menschen dafür gewinnen, sich der Herausforderung Pflegefamilie zu stellen. Ob die Pflegeeltern dabei nun hetero, schwul oder lesbisch sind, ist laut der Senatorin für die Behörden unwichtig: „Kinder brauchen vor allem ein stabiles Umfeld, viel Zuwendung und zugewandte Erwachsene. Die Anforderungen an homosexuelle Pflegeeltern sind die gleichen wie an heterosexuelle.”

Lesben und Schwule müssen bei der Vermittlung von Pflegekindern gleich behandelt werden.

Mit dem Aufruf schließt Hamburg an Kampagnen mehrerer Deutscher Städte für mehr gleichgeschlechtliche Pflegefamilien an. In Berlin hat das verstärkte Werben um Schwule und Lesben dabei bereits Wirkung gezeigt: In einigen Bezirken leben bereits  mehr als 10 % der Pflegekinder bei Schwulen oder Lesben (MÄNNER-Archiv).

Foto: Fotolia


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