Helfende Hand

Hamburg schützt queere Flüchtlinge

Die Stadt mietet zurzeit eine Reihe von Apartments an, die ausschließlich für besonders schutzbedürftige LGBTI-Geflüchtete reserviert si

Hamburg mietet zurzeit eine Reihe von Apartments an, die ausschließlich für besonders schutzbedürftige LGBTI-Flüchtlinge reserviert sind, teilte Sozial- und Integrationssenatorin Melanie Leonhard (SPD) heute mit. Über die Zahl der entstehenden Plätze schweigt sich die Stadt noch aus. Auch die Adressen sollen anonym bleiben – so schütze man  auch Frauen in Frauenhäusern, sagt Leonhard, die auch Hamburger CSD-Schirmherrin ist. „Klar ist: Wir müssen alle Menschen vor Gewalt schützen – ob sie in unsere Stadt geflüchtet sind, Opfer häuslicher Gewalt werden oder auf dem Schulhof gehänselt werden. Von geouteten Flüchtlingen hören wir jedoch immer wieder, dass Ihnen Verwandte und Bekannte nachstellen und sie unter Druck setzen, ihrer sexuellen Orientierung abzuschwören. Da das Outing an sich für viele Geflüchtete ein mutiger Schritt ist, wollen wir sie so gut wie möglich vor weiterem psychischen Druck bewahren.“ (Hamburg folgt damit dem Beispiel Berlins – MÄNNER-Archiv.)

Zur Ankündigung erklärt Stefan Mielchen, Erster Vorsitzender von Hamburg Pride e.V.:

Das ist ein großer Erfolg all derer in Hamburg, die in den vergangenen Monaten Überzeugungsarbeit geleistet haben

„Hamburg Pride begrüßt diesen Schritt, mit dem eine wichtige politische Forderung des diesjährigen CSD in die Tat umgesetzt wird. Geflüchtete, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität verfolgt werden, müssen in unserer Stadt einen sicheren Hafen finden. Die Hamburger Lösung respektiert die besonderen
Schutzbedürfnisse der Betroffenen und schafft ein diskriminierungsfreies und sicheres Umfeld. Das ist ein großer Erfolg all derer in Hamburg, die in den vergangenen Monaten öffentlich und intern Druck ausgeübt und Überzeugungsarbeit geleistet haben.“ (Über die Arbeit mit queeren Flüchtlingen in Niedersaschsen berichtet ein Sozialarbeiter – MÄNNER-Archiv.)

Schutzkonzept für jede Einrichtung ist in Arbeit

Wie die Stadt Hamburg mitteilte, gibt es bereits jetztausgewiesene Plätze für LGBTI-Geflüchtete in der Erstaufnahmeeinrichtung Hellmesbergerweg, die auch mit separaten, abschließbaren Sanitärcontainern verknüpft sind. Die Betreiber der Unterkünfte wurden ergänzend dazu verpflichtet, bis spätestens Ende August ein Schutzkonzept für jede einzelne Einrichtung zu entwickeln. Die Konzepte sollen sowohl den Schutz von Geflüchteten mit Behinderung, Kindern und Frauen, als auch LGBTI-Geflüchteten vor Gewalt sicherstellen.

Wir alle sind anders – je nach Blickwinkel

„Wie in allen Lebensbereichen müssen wir darauf drängen, die Menschenrechte und das Grundgesetz zu achten. Den in Hamburg Schutz suchenden Menschen müssen wir noch besser erklären, dass Minderheiten vom Grundgesetz geschützt sind und es das Wesen unserer freiheitlichen Gesellschaft ist, niemanden zu diskriminieren. Wir alle sind anders – je nach Blickwinkel. Das macht unsere Gesellschaft bunt“, erklärte Leonhard.

(Schon die erste gute Meldung des Tages zum Thema schwule Pflegeeltern kam aus Hamburg – MÄNNER-Archiv!)

Titelbild: Fotolia


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