Comping and love

Aladin empfängt die Wunderschlampen

DGB lädt wieder zum Jugendcamp

Anfang der 90er Jahre bot der DGB Baden-Württemberg zunächst Coming-out-Seminare am Wochenende an, in Freudental, Wiesensteig und Weil der Stadt. 1995 fand dann erstmals ein einwöchiges Camp auf dem Platz der DGB-Jugend am Bodensee statt. Zum ersten schwulen Sommercamp Ende Juli kamen damals 37 junge Schwule nach Markelfingen. Mittlerweile hat sich die Teilnehmerzahl verdoppelt – und in der kommenden Woche ist es wieder soweit. Dieses Jahr wird auf dem Campingplatz im Kreis Konstanz eine Welt der „Geschichten aus Tausendundeiner Nacht“ aufgebaut. „Auf, auf nach Gayrut“, wirbt der DGB und kündigt das „Sündbad der Seefahrer” an. Motto: „Aladin empfängt die Wunderschlampen“.

Was hätte ich damals für etwas Vergleichbares gegeben

Das Zeltlager bedeutet für die Jugendlichen und Jungmänner, sich nicht verstellen zu müssen. Jeder kann davon ausgehen: Hier sind alle so wie ich. MÄNNER-Kolumnist Mathias Gerschwitz („50 ist das neue 30” – MÄNNER-Archiv) war im vergangenen Sommer als Gast im Jugendcamp eingeladen und erinnert sich:

„So etwas wie das Schwule Sommercamp sollte man mindestens einmal erlebt haben, denn es ist gerade für junge Schwule in der Selbstfindung ein tolles Angebot. Was hätte ich damals, als ich jung war, für etwas Vergleichbares gegeben! Mir hätte es den Weg zum Coming-out sehr erleichtert.” (So gehen Jugendliche im Jahr 2016 mit ihrer Sexualität um – MÄNNER-Archiv.)

80 Teilnehmer zwischen 16 und 28 verbringen im Camp eine Woche, um sich neben kreativen Workshops und Gesprächen über schwulenspezifische Themen (z.B. Coming-out, Älterwerden, Schwul am Arbeitsplatz), dem Spaß und dem Sommer zu widmen – und natürlich Zeit miteinander zu verbringen, erklärt Gerschwitz. „In welcher Form auch immer.”

Der HIV-positive Autor wurde damals für das Thema Gesundheit eingeladen, insbesondere HIV. „Nach dem Abendessen machte es sich also ein Großteil der Teilnehmer auf Sesseln und Sofas gemütlich und lauschte erwartungsvoll dem, was ich zu sagen bzw. zu lesen hatte. Viele interessierte Nachfragen und Kommentare rundeten die zweieinhalbstündige Veranstaltung ab.”

Dass alle nachts brav auf ihren Pritschen liegen, entspricht nicht ganz der Wahrheit

Der 45-jährige Peter Schwab war als junger Mann selbst Teilnehmer des Camps und fährt inzwischen als Betreuer mit. „Es geht bei dem Camp um die sexuelle Orientierung, aber nicht um Sex“, sagte er der Stuttgarter Zeitung. „Dass alle nachts brav auf ihren Pritschen lägen, entspreche allerdings im Anbetracht von 70 jungen Teilnehmern auch nicht ganz der Wahrheit. Immerhin: Es gibt ein No-Sex-Zelt als Rückzugsraum.”

Das Jugendcamp findet in diesem Jahr vom 29. August bis zum 4. September statt.

Titelbild: Fotolia


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