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Die Kirche kann auch anders

Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hisst Regenbogenflagge

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) setzt für den morgigen Christopher Street Day in Darmstadt ein deutliches Zeichen der Solidarität. Am Gebäude der Kirchenverwaltung am Paulusplatz wurde als Symbol des Kampfes für mehr Akzeptanz eine Regenbogenflagge gehisst (was in Berlin nicht mal an der Antidiskriminierungsstelle des Bundes möglich war – MÄNNER-Archiv). Zudem beteiligt sich die EKHN aktiv am Programm des Darmstädter CSD.

Kirche macht bei CSD-Programm in Darmstadt mit

Am Samstag wird um 15.30 Uhr die hessen-nassauische Beauftragte für Chancengleichheit und Darmstädter Innenstadtpfarrerin Anita Gimbel-Blänkle, unter anderen mit dem Journalisten Christian Deker (bekannt durch seine Filme über Homoheiler in Deutschland – MÄNNER-Archiv) auf der Hauptbühne am Riegerplatz über das Thema „Du sollst nicht schwul sein – Christliche Kirchen zwischen neuer Offenheit und alter Ausgrenzung“ diskutieren. Nach Worten von Gimbel-Blänkle ist „die sexuelle Orientierung von Menschen Bestandteil der jeweiligen Persönlichkeit“. Sie dürfe auf keinen Fall zu Diskriminierung führen. „Geschlechtervielfalt und Geschlechtergerechtigkeit sind eine Herausforderung, Vielfalt in Kirche und Gesellschaft zu leben und miteinander zu gestalten“. Wo dies nicht geschehe, sei es auch Aufgabe der Kirche, „nicht nachzulassen und immer wieder darauf hinzuweisen, dass jegliche Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung dem christlichen Menschenbild zutiefst wiederspricht“.

Kirche

Kirchenpräsident für Neubewertung der Geschlechter

Zuletzt hatte auch der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, sich für eine theologische Neubewertung der Vielfalt der Geschlechter ausgesprochen (MÄNNER-Archiv). Gerade im kirchlichen Kontext sei die Wahrnehmung geschlechtlicher und sexueller Vielfalt häufig „schuldbelastet“. Zudem blieben bis heute Menschen oft diskriminiert, die sich selbst beispielsweise als transsexuell, transgender oder transident bezeichnen. Um der Menschen willen sei vor allem eine „Entmoralisierung“ erforderlich.

Kirche

Volker Jung (Foto: EKHN)

Für sexuelle Prägungen – ob hetero-, homo-, bi- oder etwa transsexuell – gelte, dass sie gewissermaßen „empfangen“ seien, so Jung. Die Zweigeschlechtlichkeit von Frau und Mann sei zwar eine „besondere Gabe Gottes“. Sie sei aber nicht das einzige Schöpfungsgemäße, gegenüber dem „andere geschlechtliche Orientierungen als defizitär zu beurteilen wären“, erklärte Jung zuletzt auf einem Fachkongress in Frankfurt.

Hessen-Nassau ist Pionierin bei Gleichstellung

Die hessen-nassauische Kirche gilt bundesweit als Pionierin in der Anerkennung homosexueller Partnerschaften setzt sich seit langem für die kirchliche Anerkennung ein. Sie wendet sich gegen jede Form der Diskriminierung von Menschen, auch die aufgrund der sexuellen Orientierung. Dabei beruft sich die EKHN auch auf das Positionspapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) „Zwischen Autonomie und Angewiesensein“, das feststellt: „Es zählt zu den Stärken des evangelischen Menschenbilds, dass es Menschen nicht auf biologische Merkmale reduziert, sondern ihre Identität und ihr Miteinander in vielfältiger Weise beschreibt.“

Titelbild: EKHN (Carmen Prasse (l.) und Anita Gimbel-Blänkle von der hessen-nassauischen Kirchenverwaltung hissen die bunte Fahne zum Darmstädter CSD)


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