condoms

Der Beate Uhse des 21. Jahrhunderts

Jan-Vinzenz Krause aus dem beschaulichen Singen am Hohentwiel hat das Kondom revolutioniert

von Andreas Schuler

„Ich möchte die Beate Uhse des 21. Jahrhunderts werden“, sagt Jan-Vinzenz Krause grinsend. Das klingt großspurig, aber es passt. Der Jung-Unternehmer hat in den vergangenen Jahren durch seine Mysize-Kollektion mit Kondomen in verschiedenen Passgrößen sowie der Erfindung eines Penismessgeräts für viel Wirbel gesorgt. Er hat TV-Auftritte von der ARD bis RTL II hinter sich, kaum eine deutsche Tageszeitung hat ihn nicht interviewt, sogar in Großbritannien und den Niederlanden wurde man auf ihn aufmerksam. Zudem hält der 38-Jährige regelmäßig Vorträge an Hochschulen, berät Einrichtungen wie Pro Familia und unterrichtet Schulklassen im Fach Sexualkunde. Er meint es also ernst mit seinem Status als Fachmann für Verhütungsmittel. Und mit seiner Mission, das Tabuthema Schwanzgrößen in den öffentlichen Diskurs zu bringen. Wie es dazu kam? Ganz einfach. Der Mann brennt für sein Thema. (11 Millionen Deutsche sagen, beim One-Night-Stand nehme ich kein Gummi – MÄNNER-Archiv.)

Kondom

Uhse und Kinsey in einem: Jan-Vinzenz Krause (Foto: Mysize)

„Jeder muss für sich selbst definieren, was Erfolg bedeutet“, sagt er. „Wenn ich versuchen würde, Marc Zuckerberg zu kopieren, würde ich nie Glück und Erfolg finden.“
Vielmehr lautet das Credo: Immer wieder etwas Neues ausprobieren und sich nicht vom Weg abbringen lassen: „Selbst, wenn die Leute sagen, die Idee sei schlecht: Wenn du überzeugt bist, glaub daran.“

Als er 2006 das Sprühkondom entwickelte, wurde er von der Kondomindustrie nur belächelt

Krause weiß, wovon er spricht. Als er 2006 das Sprühkondom entwickelte, wurde er von der Kondomindustrie nur belächelt. Trotzdem brachte ihm die Idee den Durchbruch. Das Prinzip der Erfindung: Den erigierten Penis in eine Sprühkammer einführen und durch Drücken eines Knopfes den Sprayvorgang auslösen. Mithilfe von Aerosol wird der Penis aus mehreren Düsen mit flüssigem Latex besprüht. Latex, eine Emulsion aus Kautschuk und Wasser, vulkanisiert bei Zimmertemperatur, verwandelt sich also binnen weniger Augenblicke in Gummi. Weil die Flüssigkeit eine Temperatur von 22 Grad hat, wird die Erektion von dem Vorgang nicht beeinträchtigt. Vielmehr hat man in wenigen Sekunden ein perfekt sitzendes und sofort einsatzbereites Kondom, das hinterher normal abgerollt wird. Einziger Haken: Es gibt kein Reservoir fürs Ejakulat. Das war der Grund, warum die eigentlich geniale Idee nie in die Massenproduktion ging. (Zum 25. Jubiläum von Billy Boy – MÄNNER-Archiv.)

Funk, Fernsehen und Soziale Medien feierten sie trotzdem. „Das Sprühkondom war eine tolle Erfahrung“, erinnert sich Krause. „Schon weil das Thema Passgenauigkeit offensichtlich einen Nerv traf und über Jahre in den Medien blieb.“ Außerdem entwickelte sich daraus die Idee der verschiedenen Kondomgrößen. Und damit die Firma Mysize.

Ich möchte auf den Spuren des großen Alfred Kinsey wandeln

Was als Ein-Mann-Betrieb startete, ist heute eine Firma mit zehn Festangestellten. Tendenz steigend. Die Zeichen stehen auf Wachstum. Jan-Vinzenz Krause hat jüngst einen Strategiewechsel vorgenommen: Es soll fortan nicht mehr nur um perfekten Tragekomfort von Kondomen gehen, vielmehr steht die Mission Lustgewinn im Fokus. Dabei kommt ein weiteres Vorbild ins Spiel.
„Ich möchte auf den Spuren des großen Alfred Kinsey wandeln“, sagt Krause. Der Schöpfer des berühmten Kinsey-Reports also, der Vater der sexuellen Revolution in den USA, der Mann, der als amerikanische Antwort auf Magnus Hirschfeld gilt. Das lässt auf Großes hoffen.

Das vollständige Porträt ist in MÄNNER 8.2016 erschienen.

Titelbild: Fotolia


4 Kommentare

  1. Robert Neumann

    Mag sein das das eine tolle Erfindung ist ,aber ich weiß nicht ob mir das Spaß machen würde vorher mit irgendwelchen Gerätschaften da rumzufummeln und dann noch warten bist es trocken ist .Zum Glück brauche ich keine Kondome

  2. Bernhard Kreiner

    immerhin besser als den relions-rassisten die komdome aus überzeugung nicht benützen aber jede krankheit verteilen dadurch- wer keine kondome mag kein problem aber sollen die kondombenützer in ruhe lassen


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