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NPD macht Wahlkampf gegen Homos

Unbekannte haben Plakate kreativ bearbeitet und um homofeindliche Parolen entschärft

In knapp vier Wochen wird in Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Das ist in dem nordöstlichen Bundesland nicht zu übersehen – überall hängen Wahlplakate, u. a. von der NPD in rot-weiß. Teilweise sind sie allerdings von Unbekannten kreativ bearbeitet und um homo- oder ausländerfeindliche Parolen entschärft worden. So wurde aus der Parole „Heimat braucht Kinder – keine Homo-Ehe“ ein schlichtes „Heimat braucht Inder“. (In Sachsen pöbelte kürzlich ein rechter Stadtrat gegen den CSD – MÄNNER-Archiv.)

Zukunft der NPD nach 10 Jahren ungewiss

NPD

Screenshot: www.npd-mv.de

Nach der letzten Umfrage vom 30. Juni durch infratest dimap käme die Partei, die u.a. die „Todesstrafe für Kinderschänder“ fordert, nur auf 4 % und könnte damit nicht mehr in den Landtag einziehen, wo sie seit 2006 vertreten ist.  Umso erfolgreicher scheint die AfD, die mit 19 % auf Platz 3 landen könnte. (In Sachsen-Anhalt sprach sich ein AfD-Abgeordneter für die Inhaftierung von Schwulen aus – MÄNNER-Archiv.)

SPD und CDU boykottieren den Wahl-O-Mat

Bisher regiert eine Große Koalition unter Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Um den Wählern eine Vorstellung davon zu geben, was sie in den nächsten fünf Jahren politisch vorhaben, verzichtet seine Partei allerdings ebenso wie die CDU darauf, dem Wahl-O-Mat zuzuarbeiten – wie auch schon bei der letzten Landtagswahl. Diese Online-Angebot erstellt die Landeszentrale für politische Bildung  mit 38 Fragen zur regionalen Politik. Ein potentieller Wähler kann mit „ja“, „nein“ oder „Enthaltung“ antworten. Aufgrund der Antworten errechnet die Plattform die Überschneidungen mit den Parteien, die zur Wahl antreten. Dafür ist die Landeszentrale aber auf die Kooperation der Parteien angewiesen. SPD und CDU boykottieren allerdings den Wahl-O-Mat, weil sie finden, er gaukele eine „Einfachheit“ vor, die „nicht echt“ sei. (Vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 18. September lädt MÄNNER zur Rosa Elefantenrunde – MÄNNER-Archiv)

NPD

NPD-Flyer (Vorderseite)

Die NPD ist so freundlich und hilft aus – mit einem Flyer, der in alle Briefkästen der Bewohner von Mecklenburg-Vorpommern gesteckt wird. Auf den ersten Blick wirkt er wie eine neutrale Wahlhilfe. Aber der Flyer hat es in sich. Dort finden sich unter der Überschrift „Welche Partei vertritt Ihre Interessen?“ 17 Aussagen, u.a. Aussagen gegen ein Adoptionsrecht für Homosexuelle oder für ein Aufnahmestopp für Flüchtlinge. Wer dem Großteil der Aussagen zustimmt, dem wird auf der Rückseite empfohlen, sein Kreuz bei der NPD zu machen.

Titelbild: NPD


22 Kommentare

  1. Wolfgang Salzmann

    Ich habe drei Kriminalromane, über einen homosexuellen Kommissar und sein Leben geschrieben und erhalte jetzt LIebesbriefe eine unbekannten Fans, oder einer unbekannten Fangruppe. Warum wundert das mich nicht

  2. Philipp Dersch

    Was hindert Nationalisten daran sich zu vermehren, wenn sie im Hinterkopf haben, dass es queere Lebensformen gibt?

    Ich habe noch nie jemanden sagen hören: „Du bist schwul und willst heiraten?!?!? Wenn das so ist, dann bekomme ich jetzt aus Protest keine Kinder!!!“

  3. Wolfgang Salzmann

    Hans Peter Fette Soko Hamburg Hafen „Tod eines Flüchling“ Erschienen im EPLA Verlag. für 10,30 €. Ich war jetzt in der glücklichen Lage mir den Verlag auszusuchen. Oder in jeder Buchhandlung.

  4. Klaus Hondele-Kremer

    Villeicheit braucht Deutschland mehr Kinder —- kann und will ich nicht beurteilen! Nur, was das mit der Homo Ehe zu tun hat, ist mir ein totales Rätsel…… Oder denken Nazis wirklich: keine Homo Ehe, automatisch mehr Kinder!!!! Man muß schon sehr schlicht sein, um so zu denken!!!


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