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Odessa: Pride erstmals erfolgreich

Die Situation für LGBTI-Menschen in der Ukraine ist schwierig und oft gefährlich

Die Situation für LGBTI-Menschen in der Ukraine ist schwierig und oft gefährlich: Im vergangenen Monat hatte sich der ukrainische Journalist und schwule Aktivist Maxim Eristavi seinen Frust in einem öffentlichen Brief von der Seele geschrieben. Titel: „Ich bin schwul in der Ukraine und mein Land verachtet mich“. Damit übertreibt er nicht. Erst im Frühjahr hatte ein wütender Mob in Lwiw, im Westen der Ukraine, ein Hotel angegriffen (MÄNNER-Archiv), wo das „Equality Festival” stattfand – eine Veranstaltung für LGBTI-Rechte. Die etwa 200 Rechtsextremen waren teilweise maskiert und zeigten den Hitlergruß. Als Teilnehmer das Hotel verließen, flogen Rauchgranaten und Steine – auf Menschen und Busse. Mindestens ein Mensch wurde verletzt.

Immer wieder ist auch die südukrainische Stadt Odessa in den Negativschlagzeilen zu finden. Im November 2014 hatte dort eine Neonazi-Gruppe das zweite „Drag Queen Fest“ überfallen; im vergangenen Jahr stürmten Angreifer mit Feuerwerkskörpern eine Veranstaltung, die im Rahmen des Odessa Pride stattfand. (Auch die Kontaktgruppe Munich Kiev Queer engagiert sich in Odessa – MÄNNER-Archiv.)

„Historischer Meilenstein“

Auch in diesem Jahr versuchten wieder Rechte die Parade zu stören, die zuvor wegen Sicherheitsbedenken von den Behörden verboten worden war; einige Veranstaltungsorte hatte Pride-Events gecancelt. Fünf Menschen wurden verhaftet, weil sie sich agressiv verhalten hatten und die Parade stören wollten.

Ansonsten aber sei der Pride mit etwa 50 Teilnehmern friedlich verlaufen. Er wurde von rund 700 Sicherheitskräften bewacht. Damit ist er der erste erfolgreiche Pride in Odessa. Das twitterte auch die britische Botschafterin Judith Gough: Sie sprach von einem „historischen Meilenstein“.

Odessa

Die Welt kann sehen, dass Odessa eine offene und sichere Stadt ist, wo jeder seinen Platz hat

„Die Parade lief in Sicherheit und in einem positiven Geist ab“, teilten die Organisatoren mit. „Es ist ein großer Schritt in die Zukunft. Die Welt kann sehen, dass Odessa eine offene und sichere Stadt ist, wo jeder seinen Platz hat.“

Aktivisten feiern die Tatsache, dass Micheil Saakaschwili für die Sicherung des Pride sorgte: Die Ukraine bleibe damit auf EU-Kurs. Der frühere Präsident Georgien ist seit gut einem Jahr Gouverneur des Oblast Odessa im Südwesten des Landes. Viele Menschen knüpfen an ihn die große Erwartung, dass er mit seinem georgischen Reformmodell auch in der Ukraine Erfolg haben wird.

Titelbild: Wielie Elhorst/Facebook


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