Russion_LGBT_Federation

Russische LGBTI-Sportler attackiert

Angreifer stürmten ein Sportcamp und schlugen auf die Teilnehmer mit Baseballschlägern ein.

In der Nacht vom 6. auf den 7. August wurden Mitglieder des russischen LGBT-Sportverbands („Russian LGBT Sport Federation“) während eines Sportevents nahe der Stadt Nizhny von Unbekannten angegriffen. Drei der Teilnehmer wurden dabei verletzt, daneben kam es zu massiven Sachbeschädigungen und dem Diebstahl von Geld und privaten Dokumente.

Der Überfall ereignete sich im Rahmen der von einer Ortsgruppe des Verbands organisierten „Star Rally“, einem Sportcamp mit Workshops und Trainingsmöglichkeiten. Bei diesem waren neben vielen lokalen Teilnehmern auch Gäste aus Moskau anwesend. Das Camp fand am Ufer des Flusses Linda statt, wo auch viele Touristen öffentlich campen. Dem russischen „Anti-Propaganda-Gesetz“ entsprechend (MÄNNER-Archiv) hielt man sich dabei nach Angaben der Organisation mit Regenbogen-Flaggen und ähnlichen Symbolen bewusst zurück.

Nicht der erste Angriff auf ein Sportevent

Gegen 11 Uhr nachts wurden die Sportler während eines Zusammensitzens beim Lagerfeuer von fünf bis acht unbekannten Männern mit Baseballschlägern angegriffen. Die Angreifer beschimpften die Camp-Teilnehmer mit homophoben Ausdrücken und begannen, ihre Autos zu beschädigen. Beim Versuch, die Männer zurückzuhalten, wurden einige Teilnehmer verprügelt und erlitten teils massive Verletzungen.

Die „Star Rally“ ist bereits die dritte lokale Veranstaltung des Russischen LGBT-Sportverbands, die auf homophoben Widerstand stößt. So wurden bereits das jährliche Winterfestival der Organisation in St. Petersburg von Angreifern gestört, außerdem wurde einem größeren Sportturnier im sibirischen Tomsk auf Druck der lokalen Behörden der Austragungsort gekündigt.

In einem öffentlichen Statement fordert die 1.600 Mitglieder starke Russian LGBT Sport Federation nun von der Polizei, endlich etwas gegen die aus ihrer Sicht immer eindeutiger gewalttätigen Übergriffe zu tun: „Bislang hat die Polizei noch kein einziges der Hassverbrechen aufgeklärt und keiner der Kriminellen wurde vor Gericht gestellt.“ Nicht selten arbeiten lokale Behörden in Russland allerdings selbst mit Schlägertruppen zusammen, um LGBTI einzuschüchtern.

In der September-Ausgabe der MÄNNER wird es einen Schwerpunkt zum Thema Russland geben, unter anderem mit Interviews und Reportagen aus St. Petersburg, Moskau, Novosibirsk und Sotchi – hier geht’s zum Abo!

Foto: Russian LGBT Sport Federation


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