Spektakuläre Aktion gegen LGBTI-Gewalt

Der 12. August ist der Internationale Tag der Jugend

„Dass ein Jugendlicher in Russland auf sein Coming-out eine bestärkende liebevolle Reaktion von seinen Eltern erhält, passiert nur etwa jedes 5. Mal.  Alle anderen Eltern akzeptieren ihr Kind nicht.“ Das ist die Einschätzung von Lena Klimova im MÄNNER-Interview, das in unserer Russland-Spezialausgabe im September erscheint (nicht verpassen, hier geht’s zum Abo!)

Meine Eltern sagten, dass ich lieber hätte verrecken sollen

Die russische Journalistin Klimova betreibt den Blog „Kinder 404“ , um homosexuellen Teenagern Mut zu machen. Dort werden Briefe von Jugendlichen veröffentlicht, die von ihrem Coming-out berichten, und die anderen User können einen Rat geben oder Trost spenden. (Diese App spendet Regenbögen für Russland – MÄNNER-Archiv.)

Einer der Briefe stammt von Andrej (16): „Meine Eltern sagten, dass ich lieber hätte verrecken sollen. Mein Vater sagte, wenn er erfährt, dass ich mit einem Mann geschlafen habe, wird er mich zu Tode schlagen […] Wenn ich nicht bald (wenigstens psychologische) Hilfe bekomme, endet für mich alles in einer Schlinge.“

Gewalt in der Familie wegen „nicht-traditioneller Orientierung“

Auf das Problem „Gewalt in der Familie im Zusammenhang mit nicht-traditioneller Orientierung und Geschlechtsidentität“ haben nun Aktivisten auf dem Roten Platz in Moskau hingewiesen. Die Szene, die sie dort aufführen, soll einen schwulen Jungen zeigen – er ist mit einem Regenbogentuch geknebelt -, der von seinen Eltern zur Basilius-Kathedrale gezerrt wird. Dort soll er offenbar Buße tun. Ein Polizist kommt dazu und bittet die „Familie“, nicht so viel Aufsehen zu erregen. Da der Junge vorgibt, gehbehindert zu sein, kann er nicht weglaufen oder sich wehren. Am Ende werden die Eltern von der Polizei abgeführt, aber später wieder freigelassen. Immerhin: Obwohl unangemeldete Proteste in Russland verboten sind, wird die Aktion von der Polizei nicht als Straftat verfolgt.

Titelbild: Screenshot


10 Kommentare

  1. Siri Wolf

    Okay, die bestärkende Reaktion der Eltern passend vielleicht zur dortigen Lebenssituation für Homosecuelle Frauen und Männer plus Jugendlicher, alle Achtung! (Falls hier irgendjemand mich in iregendeinen der esotierik-Vereine schleifen will, der darf sein testament machen!!! Denn dieses ist nicht hier übertragbar!)

  2. Christian Bauer

    Die LGBT-Russen müssen noch mehr solcher Aktionen machen.

    Dort weht ein rauer Wind der Community entgegen!

    Viel Dummheit und Haß herrscht in der Bevölkerung und Regierung.

  3. Simswelt von AlphaWolf

    leider wahr … Muss ehrlich zu geben, bin unter Russen geboren und aufgewachsen, habe daher mehr als mein halbes Leben mit denen verbracht, habe hunderte von denen kennen gelernt, einige waren meine Freunde, einige Bekannte, andere Feinde ( Mobber )… von all diesen Menschen wurde ich NUR von 2 akzeptiert wie ich bin, die anderen wissen nichts von mir. Meine “ Freunde “ haben schon immer homofeindlichen Witze gemacht. Einer der Grunde warum die nicht mehr meine Freunde sind. Das sagt alles….


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