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Salzsäure im Sexclub

Ein 62-jähriger hatte versucht, die Gleitgel-Spender in einem Sexclub zu manipulieren.

UPDATE (1.11.2016) Der Mann, der im Sommer in einem Sexclub in Sydney Salzsäure in die Gleitgelspender gemischt hat, ist psychisch krank und muss sich in ärztliche Behandlung begeben, bleibt aber auf freiem Fuß. Das Gericht in Parramatta verurteilte Hengky Irawan jetzt zu einem zweijährigen „good behaviour bond“ – in der Zeit darf er sich nichts zuschulden kommen lassen. Sein Anwalt hatte darauf plädiert, dass die Tat kein Hassverbrechen war – vielmehr habe sich sein Mandant in einer Phase schwerer Depressionen befunden. Sein Arzt sprach von einer „irrationalen, uncharakterischen Episode“. Laut Staatswanwalt habe es sich dagegen um ein Bilderbuchbeispiel für Hass auf Menschen gehandelt.

Die Richterin wollte nicht von einem Hassverbrechen sprechen. Vielmehr sei die Tat gegen die Kunden des Clubs gerichtet gewesen, weil der 62-Jährige Anfang des Jahr dort rausgeworfen worden war.

Gleitgel

Die Bar im Aarows (Foto: Aarows, Sydney)

In Sydney wurde ein 62-jähriger Mann von der Polizei festgenommen, nachdem er bei dem Versuch erwischt worden war, die Gleitgel-Spender in einem Sexclub manipulieren. Der Vorfall ereignete sich im Aarows, einem Club mit vorwiegend schwulem und bisexuellem Publikum, der laut Webseite auf drei Stockwerken „Abenteuer für Erwachsene“ anbietet.

Auf die Schliche kam man dem Täter, weil die Betreiber des Aarows als Reaktion auf einen ähnlichen Manipulationsversuch vor mehreren Wochen einige der Spender mit Warnmeldern versehen hatten. Nachdem eine der Vorrichtungen angeschlagen hatte, stellte die Security des Clubs den Mann und übergab ihn dann der Polizei.

Hochätzende Chemikalie

Für seinen versuchte Attacke hatte sich der 62-jährige die zersetzende Wirkung von Salzzsäure zunutze machen wollen. Salzzsäure wirkt auf der Haut extrem reizend und kann besonders bei einer hohen Dosierung und an empfindlichen Körperstellen zu Verätzungen führen. Die Festnahme des Mannes ist für den Club und seine Besucher also Glück im Unglück.

Über die Motive des Täters hat die Polizei noch keine genaueren Angaben machen können, wie die Webseite der öffentlichen australischen Sendeanstalt ABC berichtet. Im nächsten Monat soll der Fall vor Gericht kommen. Auch in Deutschland sind homophobe Attacken auf von LGBTI besuchte Orte nach wie vor leider keine Ausnahme: Anfang Juli wurde unter anderem das Begegnungs- und Beratungszentrum „lebensart” in Halle durch einen Farbanschlag angegriffen (MÄNNER-Archiv).

Titelbild: Fotolia


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