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Stockholm: Rechte verbrennen Pridefahne

Etwa 20 Regenbogenflaggen brennen lichterloh

Während des Pride in Stockholm haben bislang Unbekannte etwa 20 Regenbogenflaggen geklaut. Jetzt ist ein Video auf YouTube aufgetaucht, das die Tat dokumentiert: Neonazis von der Schwedischen Widerstandsbewegung (svenska motståndsrörelsen) haben die Flaggen gestohlen und anschließend verbrannt.

Die Flaggen waren in der Nacht auf Dienstag, den 26. Juli verschwunden. Die rund 40 Kilometer südwestlich von Stockholm gelegene Stadt Södertälje hatte sie gehisst, um den Pride in der Hauptstadt mitzufeiern.

Die Neonazis loben sich gegenseitig für die Tat

Das „ein bisschen verspätete Video“, wie es auf der Internetseite der Neonazis heißt, zeigt die Tat. Es wurde am Donnerstag hochgeladen. Darin begeben sich schwarz gekleidete Menschen auf „Flaggenjagd“, so der Titel des Clips. Begleitet von heroisch-dramatischer Musik nehmen sie Regenbogenflaggen vom Mast ab. Dann legen die Neonazis die Fahnen in eine Reihe und kippen eine Flüssigkeit darüber. Ein Streichholz genügt, und die bunten Flaggen gehen nacheinander in Flammen auf.

In den Kommentaren unter dem Video bejubeln sich die schwedischen Rechten. „Wie schön diese Pädophilen-Fahne brannte“, schreibt ein Nutzer. Der Satz erhält 40 Likes. „Brenn, Abschaum, brenn“, kommentiert ein anderer. „Gut gemacht, Jungs. Ich will das Video nicht liken, weil es schon 88 Daumen nach oben hat“, schreibt einer. Die Zahlenfolge 88 steht in Neonazi-Kreisen für den achten Buchstaben des Alphabets, also „Heil Hitler“.

Neonazis: Größte Bedrohung für die innere Sicherheit

Laut der Homepage der Schwedischen Widerstandsbewegung sei die „Kampfgruppe 103“ unterwegs gewesen, um die „Signaturflagge der Homolobby zu beschlagnahmen“. Anschließend habe man sich „ordnungsgemäß“ um die Fahnen gekümmert. „Alle Aktivitäten dieser Woche verliefen ohne Hindernisse und alle Beteiligten sind sehr zufrieden mit der Leistung.“

Die Schwedische Widerstandsbewegung ist eine militant-rechtsradikale Gruppe, die einen nordischen, nationalsozialistischen Staat anstrebt. Der schwedische Verfassungsschutz schätzt die Gruppe als diejenigen Neonazis ein, welche die größte Bedrohung für die innere Sicherheit des Landes sind.

Stockholm Pride: Größtes LGBTI-Festival in Nordeuropa

Bereits 2005 waren die Neonazis in einen Angriff während des Pride in Stockholm involviert. Damals wurde die beliebte LGBTI-Bar „Torget“ verwüstet. Die Homepage der Widerstandsbewegung zeigte Fotos der Tat sowie das Manifest der Täter.

Der Pride in Schwedens Hauptstadt ist das größte LGBTI-Fest in Nordeuropa. Alleine bei der Parade liefen 45.000 Menschen mit, die von 450.000 Zuschauern bejubelt wurden. Im Nachhinein sorgte der Pride für Negativ-Schlagzeilen, weil währenddessen Andrew Nagbe, ein junger, schwuler Fußballer aus Liberia, verhaftet wurde. Der 22-Jährige soll in seine schwulenfeindliche Heimat abgeschoben werden (MÄNNER-Archiv).

Titelfoto: Screenshots YouTube


25 Kommentare

  1. Christian Tebling

    In dem Fall kann man Adenauer zitieren: „Wir teilen alle den gleichen Himmel aber nicht den gleichen Horizont“ Es wird immer die geben die nur mit Vorurteilen und Hass ihr eigenes Leben ertragen…

  2. Rainer von Steht

    Das können die gut, anzünden und verbrennen ,hass und verbrennen es gab in Europa Zeiten da wurden menschen verbrannt , von hasserfüllten ,irre geleiteten Menschen weil es Menschen gab die anders waren oder den mut hatten Wahrheiten zu sagen ,so was durfte nicht leben nur gleich geschaltete denk und Lebensweisen

  3. Roman Lang

    Die haben voll keine Peilung…die Pädophilen haben keine Flagge, hat denen das noch keiner gesagt, die haben sich voll vertan…das zeigt, wie blöd sie sind.

  4. Thomas Fröhling

    Reinhard hat recht, immer dieses gequassel von einer doch so toleranten und offenen Gesellschaft, das ist nur eine Halbwahrheit. Die Zeiten sind wieder „schlimmer“ geworden und viele merken es nichtmal, da ist soeine Aktion ein Signal was doch einge wach rütteln könnte

  5. Kai Tonath

    Und mit dem Erwähnen und Verlinken des Videos haben diese Täter ihr Ziel erreicht – man sollte einfach mal vorher überlegen, was man wie berichtet!


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