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Uganda muss ohne Homodetektor auskommen

Die Pläne von Ethikminister Simon Lokodo haben sich zerschlagen

UPDATE (8.9.2016) Das ist ja mal richtig doof gelaufen für Ugandas Ethikminister Simon Lokodo: In seinem Feldzug gegen die queere Bevölkerung des Landes (von der er sogar behauptete, sie wolle ihn vergewaltigen), hatte er kürzlich angekündigt, mit einer neuen Anschaffung gegen Homosexuelle vorzugehen. Die Regierung wollte einen Homodetektor kaufen, eine Maschine, die in Südkorea (wo Homosexualität immerhin legal ist – MÄNNER-Archiv) hergestellt werde und Schwule und Pornodarsteller überführen könne. „Sehr bald importieren wir diese Maschine, und dann wird das Böse im Land kaputtgehen“, hatte Lokodo gesagt. Man scheue auch die Kosten von 2,6 Milliarden Uganda Shillings nicht (etwa 690,000 Euro). Jetzt hat er nachgerechnet und musste feststellen: Ist doch eine Menge Geld für ein Land, in dem das Bruttosozialprodukt pro Kopf bei 648 Dollar liegt (in Deutschland lag es im Vorjahr bei über 37.000 Euro)!

Uganda

Ugandas Ethikminister Simon Lokodo (Foto: Screenshot)

Nach der Razzia der ugandischen Pride Week im Vormonat hat Grünen-Politiker Volker Beck das Lagezentrum des Auswärtigen Amtes auf die Lage aufmerksam gemacht und um Unterstützung für die Menschen vor Ort gebeten, wie Beck heute in einer Mitteilung erklärte.

Die Deutsche Botschaft hat den Betroffenen Hilfe angeboten

„Es ist gut, dass sich die deutsche Botschaft und die Botschaften anderen an den Menschenrechten interessierter Länder vor Ort engagiert haben. Das Auswärtige Amt habe ihm darüber hinaus mitgeteilt: ‚Die Deutsche Botschaft hat, wie auch andere Botschaften, Frank Mugisha und den anderen Betroffenen Hilfe angeboten. Die betreffenden Botschaften stimmen sich ab, halten Kontakt zu den Betroffenen und setzen sich dafür ein, dass die weiteren geplanten Veranstaltungen im Rahmen von Uganda Pride unbehindert stattfinden können.“

In der Nacht hatte die Polizei ein Dutzend Aktivisten und Besucher der Wahlen zum Mr und Mrs Pride 2016/2017 festgenommen (MÄNNER-Archiv) – unter anderem Frank Mugisha, den Geschäftsführer der LGBTI-Organisation Sexual Minorities Uganda, SMUG, und seinen Stellvertreter Pepe Onziema.

Ich bewundere ihren Mut und ihre Standhaftigkeit

Beck fügte hinzu: „Wir wünschen dabei den Menschenrechtsaktivisten vor Ort viel Erfolg. Ich bewundere ihren Mut und ihre Standhaftigkeit. Uganda muss wissen, dass die Welt hinschaut. Der Respekt vor den Menschenrechten – von in Uganda vielleicht nicht von allen geliebten Minderheiten – ist ein Gradmesser für den demokratischen Charakter eines Landes.“

Nach Angaben der Aktivisten wurden die Festgenommenen gezwungen, alle Aufnahmen zu löschen, die sie zuvor mit ihren Handys gemacht haben. Zwei Trans*Frauen erlitten grobe körperliche Untersuchungen seitens der Polizei – offenbar wurden sie auch geschlagen und sexuell belästigt, sogar von Folter ist die Rede. Ein Mann versuchte, sich vor der Verhaftung in Sicherheit zu bringen und sprang aus dem 4. Stock. Er brach sich beide Beine und muss nun im Krankenhaus behandelt werden.

Titelbild: Kuchu Times


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