uganda-pride-3

Uganda Pride: Willkürliche Festnahmen

Führende LGBTI-Aktivisten wurden bei Pride-Veranstaltung festgenommen

In diesen Tagen findet in Uganda die Pride Week statt – in dem Land, das zu den LGBTI-feindlichsten der Welt gehört. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurden dort allein im vergangenen Jahr 13 Menschen aufgrund ihrer Homosexualität verhaftet. Es drohen Gefängnisstrafen von bis zu 14 Jahren. Mittels Crowdfunding wurde international Geld für die Organisation und Durchführung des Prides gesammelt. Unter anderem schickte die deutsche Hirschfeld-Eddy-Stiftung, die bereits seit 2009 mit ugandischen Organisationen zusammenarbeitet, 1.000 Euro an „Queer Youth Uganda“, um den Kampf der Aktivisten zu unterstützen (bewegendes Video über Liebe in Uganda – MÄNNER-Archiv).

tt

Nun hat die Polizei am Abend über ein Dutzend Aktivisten und Besucher einer Veranstaltung der Pride Week festgenommen – unter anderem Frank Mugisha, den Geschäftsführer der LGBTI-Organisation Sexual Minorities Uganda, SMUG, und seinen Stellvertreter Pepe Onziema. Über Twitter teilte Mugisha mit, dass die Polizei ihn und andere festgenommen habe. Auch der Aktivist Eric Hoster Kay war darunter.

fb

Nach Darstellung der Polizei soll es den Versuch gegeben haben, gleichgeschlechtliche Paare zu verheiraten. Wie die Aktivisten über Twitter jedoch mitteilten, waren sie in dem Club Venom in der Hauptstadt Kampala, wo die Wahlen zum Mr und Mrs Pride 2016/2017 stattfanden.

Offenbar wurden sie geschlagen und sexuell belästigt

Nach Angaben der Aktivistin Naome Ruzindana wurden einige der Festgenommenen nach eineinhalb Stunden entlassen, der Mr & Miss Pride Contest wurde gecancelt. Die ugandische Polizei habe von allen Fotos gemacht und sie gezwungen, alle Aufnahmen zu löschen, die sie zuvor mit ihren Handys gemacht haben, wie Naome mitteilt; Journalisten mussten ihre Kameras abgeben. Zwei Trans*Frauen erlitten grobe körperliche Untersuchungen seitens der Polizei – offenbar wurden sie auch geschlagen und sexuell belästigt, sogar von Folter ist die Rede. Kurz nach Mitternacht teilte der Aktivist Dennis Wamala mit, es seien alle wieder auf freiem Fuß.

Uganda

Ausgezeichnete LGBTI-Aktivistin: Kasha (Foto: Kriss Rudolph)

Naome Ruzindana ist nach dem Mord an dem prominenten Aktivisten David Kato nach Stockholm geflohen, wo sie heute lebt. Am 26. Januar 2011 wurde Kato in seinem Haus in Kampala mit einem Hammer erschlagen.

Die Frontfrau der heutigen ugandischen LGBTI-Bewegung, die Aktivistin Kasha Jacqueline Nabagesera, die im vergangenen Jahr mit dem Right Livelihood Award, auch bekannt als Alternativer Nobelpreis, ausgezeichnet wurde (MÄNNER-Archiv), gehört nicht zu den Festgenommenen. Sie befindet sich momentan im Ausland.

Titelbild: Twitter/PinkDotSG


3 Kommentare

  1. Bernhard Kreiner

    der papst und unganda sind genauso homphob sie hassen uns einfach gemeinsam- der vatikan als hitler-bündnispartner kennt sich mit schwule töten doch auch aus siehe auch die zeit davor


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close