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Welches Land holte Grindr-Gold?

Die Dating-App zeigt, welche Nationalitäten sie am meisten genutzt haben

Seit knapp einer Woche sind die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro vorbei. Aus schwuler Sicht bleibt wohl vor allem der Fall des US-Journalisten im Gedächtnis, der sich – obwohl hetero – auf Grindr anmeldete, um ungeoutete Athleten zu stalken und zu outen (MÄNNER-Archiv).

Der Fall hat einmal mehr gezeigt, wie viel Sensibilität das Thema Homosexualität und Sport noch immer benötigt. Und wie viel manch ein Journalist für eine vermeintlich gute Story tut.

Doch ein Artikel, der Olympia und Grindr behandelt, muss nicht unbedingt Sportler outen. Das beweist die Dating-App jetzt selbst. Denn die Betreiber haben jetzt Daten veröffentlicht, die zeigen, welche Nationen bei den Grindr-Spielen am erfolgreichsten waren. Die Disziplinen lauteten unter anderem „Meiste Nachrichten an Brasilianer”, „Meiste Länder kontaktiert” oder schlicht „Meiste Männer vor Ort”.

109 Nationen waren während Olympia auf der Dating-App

In dieser Disziplin hat sich natürlich Gastgeber Brasilien die Goldene Dating-Medaille erkämpft. 32.108 brasilianische Männer zählte die Dating-App. Silber geht an die USA (1.996 Männer), Bronze ans Vereinigte Königreich, das 623 Grindr-Wütige ins Rennen schickte.

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Die meisten Fotos haben die Tschechen gesendet. Glückwunsch zur Grindr-Goldmedaille. Foto: Screenshot Grindr

Insgesamt sind 109 Nationen angetreten – bei den echten Spielen waren es 207 Teams. In einer Disziplin konnten sich vor allem Außenseiter durchsetzen. In „wer schreibt am meisten Nachrichten pro Mann” hatte eindeutig Curacao die Nase vorn: 350 Nachrichten hat jeder Mann von der Karibikinsel geschrieben – am Tag. Silber und Bronze gehen an Staaten, in denen es Homosexuelle schwer haben: Katar und Bahrain. In Katar ist Homosexualität sogar verboten.

Team LGBTI in Rio: 45 Mal Edelmetall

Das deutsche Team kommt in nur einer Kategorie unter die besten fünf Plätze: In „wer schreibt die meisten Länder an” kommt Deutschland mit 6,0 Ländern immerhin auf Platz vier. Mit hauchdünnem Vorsprung (ob das Zielfoto entschieden hat?) gewinnt Russland mit 8,1 Ländern vor Südafrika mit 8,0 Ländern Gold. Bronze ging an El Salvador.

Den gesamten Grindr-Medaillenspiegel gibt es hier.

Das echte LGBTI-Team war in Rio mindestens genauso erfolgreich: Fast die Hälfte aller queeren Athleten landete auf dem Treppchen. Insgesamt hat das Team LGBTI 25 Medaillen gewonnen, davon zehn Mal Gold, elf Silbermedaillen sowie vier Mal Bronze (MÄNNER-Archiv).

Titelfoto: Grindr


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