assange

Wikileaks outet schwulen Saudi

Die Kritik an der Enthüllungsplattform wird lauter

Die Enthüllungsplattform Wikileaks ist bekannt dafür, als geheim eingestufte Dokumente zu veröffentlichen. Die Seite unterstützt laut eigener Angabe alle, „die unethisches Verhalten in ihren eigenen Regierungen und Unternehmen enthüllen wollen.“ So hat Wikileaks etwa Dokumente über das US-Gefangenenlager Guantánamo veröffentlicht. Das Projekt, hinter dem vor allem der Australier Julian Assange steckt, gerät jedoch zunehmend in Kritik.

Wie die Nachrichtenagentur AP recherchiert hat, veröffentlicht Wikileaks nämlich nicht nur Staatsgeheimnisse, sondern auch private Informationen über unschuldige Bürger. Zu den etwa 500 ungefilterten Dokumenten, die Wikileaks jetzt publiziert hat, gehören etwa Krankenakten oder Heiratsurkunden. Alle Informationen stammen aus Saudi-Arabien.

Veröffentlichte Passnummern

Die Seite hat auch den Namen eines saudischen Mannes veröffentlicht, der wegen des Verdachts auf Homosexualität verhaftet wurde. In dem erzkonservativen Land drohen Homosexuellen die Todesstrafe, weshalb Saudi-Arabien im Spartacus Gay Travel Index auf dem 190. Platz steht (MÄNNER-Archiv). Zuletzt habe das Land sogar versucht, schwule Männer noch leichter zum Tode zu verurteilen. Alleine von November bis April sollen gut drei Dutzend Männer wegen des Vorwurfs der Homosexualität verhaftet und verurteilt worden sein. (MÄNNER-Archiv).

Weiterhin wurden die Namen von mehreren Vergewaltigungsopfern sowie HIV-Positiven Menschen genannt. Wikileaks zeigt zum Teil sogar Passnummern inklusive vollem Namen.

Die Betroffenen wussten nichts – Wikileaks ist in Saudi-Arabien gesperrt

„Das kann Leben zerstören“, sagte ein Betroffener der Nachrichtenagentur AP. In den Unterlagen des Außenministeriums, die für jedermann öffentlich einsehbar waren, war über einen Vaterschaftsstreit berichtet worden. „Sie haben alles veröffentlicht: Meine Telefonnummer, Adresse, Name, Details.”

Da viele der Betroffenen in Saudi-Arabien leben, wussten sie gar nicht, dass sensible Daten über sie im Internet zu finden sind. Denn Wikileaks ist in dem islamischen Königreich gesperrt.

Vorwürfe seien „lächerlich“

Eigentlich möchte Wikileaks nur Dokumente zeigen, die „im Zusammenhang mit Krieg, Spionage oder Korruption” stehen. Doch in den letzten Jahren wurden die Informationen immer weniger gefiltert. „Wir können nicht drei Jahre lang auf Material sitzen und alles Zeile für Zeile durchgehen”, sagte Julian Assange im Jahr 2010. „Wir müssen den besten Weg gehen, der möglich ist.”

Die Plattform selbst äußerte sich bislang nur via Twitter zu den Vorwürfen, die sie „lächerlich“ nennt. Die Daten stammen von der saudischen Regierung und seien nicht von Wikileaks geleakt worden. Stattdessen sei die Geschichte wegen der US-Wahlen wieder aufgekocht worden.

Titelfoto: Wikipedia/Cancillería del Ecuador


15 Kommentare

  1. Frank La Biel

    Männer Magazin Kritik unerwünscht? Guido kann nichts für die Inkompetenz und euer Zynismus lässt viel Raum für Interpretationen… Ich kaufe das Blatt schon 100 Jahre nicht, weil es nur um Pimmel geht und einstig berichtet… Zum schwul sein gehören Pimmel dazu… aber daraus eine Lebensanschauung zu machen und sich selbst dazu zu reduzieren? Wenn ich euer Blatt so lese, dann sehe Ich Pimmel… Rot/Grüne einseitige Ansichten…viel Werbung für Sexartikel und … braucht es dafür wirklich einen Lektor? Nach dem dritten mal könnte das mein Hund ohne Hilfe, denn wirklich Neu und Interessant ist bei euch gar nichts… In dem Heft steht der selbe langweilige Müll der schon vor 20 Jahre in der Männer aktuell stand.. Also haltet mal den Ball flach meine Lieben, denn mit Kunst und Können hat euer Blatt herzlich wenig zu tun…

  2. Alex Jaeschke

    Nö, aber man muss sich ja net gleich an den faschistischen Putin ranschmeißen (wie die billigsten), nur weil man die USA nicht mag (was bei dem Mist der Amerikaner auch net schwer ist). Weil die eine siehe dumm ist, heißt das überhaupt nicht, dass die andere besser ist

  3. Alexander Gallius

    Alex Jaeschke die einzigen die sich an faschisten rann schmeißen sind die usa und die eu… in der ukraine… mit den dort an die macht gepuschten faschisten… wohl schon vergessen… siehe auch die arte doku: Masken der Revolution. .. die die Ukraine am liebsten hätte verbieten lassen. ..

  4. Wolfgang Walczak

    Outing ist nur wegen des Versteckens möglich. Und die USA verhelfen dem saudischen Königshaus, an der Macht zu bleiben. Daheim geben sie sich weltoffen und LGBT-fördernd. Nur Idioten glauben dieser Heuchelei.

  5. Thomas Rink

    Wenn Wikileaks schwule Saudis outet, dann muss Wikileaks auch dafür sorgen, dass diesen Männer nichts geschieht …. soll heißen, diesen Männern muss Wikieaks in ein neue Heimatländer bringen!!!


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