Michael Hoffmüller-Klein

… zum Wetter!

Michael Klein von donnerwetter.de über seinen Traumberuf: Meteorologe

Wenn es in Dresden, oder Detmold wie aus Kübeln schüttet, dann sind die Leute im Idealfall vorgewarnt. Durch Michael Klein von donnerwetter.de, der für MÄNNER immer donnerstags aufs CSD-Wetter am bevorstehenden Wochenende schaut. Für das Wetter hat er sich schon von klein auf interessiert. Ihn, der später Mathe und Physik als Leistungskurs wählte, faszinierten früh die Fragen: Warum schneit es, wie entsteht ein Tief und woher weht der Wind? (Sowas dürfte auch unseren Biobauern interessieren – MÄNNER-Archiv.) In das Wettergeschäft ist er dennoch eher reingerutscht, ohne Meteorologie zu studieren. Der Bereich Vorhersagen mache an die Uni eh nur einen verschwindend kleinen Teil aus. In Michaels Job geht es um Erfahrungswerte, ums Auswerten von Daten. Da ist räumliches Verständnis gefragt. Ein Großteil erledigt sowieso der Computer. Darum steht auch eine ganze Doppelhaushälfte in Bonn-Beuel voll mit Donnerwetter-Rechnern. Was Computer nicht können, ist den Menschen eine Erwartung zu vermitteln: „Vom Gefühl her wird es eher ein schöner Tag oder ein schlechter“, so Michael.

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Michael Klein (Foto: Tilman Schenk)

Michaels besonderes Talent: das Wetter verständlich erklären, ohne vom Hochdruckgebiet, das sich von der Biskaya ostwärts Richtung Deutschland bewegt, zu fachsimpeln. Donnerwetter.de, dessen Geschäfte er mit einem Kollegen führt, ging 1996 an den Start,  zu einer Zeit, als die privaten Radiostationen begannen, die Wettervorhersagen zu personalisieren. Vorher kannte man simple Wetterkarten, die einen Ausblick auf den nächsten Tag boten. An einen 3-Tage-Trend war damals nicht zu denken. Oder eine Vorhersage, die noch darüber hinausgeht. „Eine Vorhersage kann über zehn Tage sehr gut sein, wenn die Daten sagen: In den nächsten zehn Tagen passiert nichts großartiges, es bleibt beständig oder es bleibt wechselhaft”, erklärt Michael. „Es kann aber auch nach zwei Tagen der Fall eintreten, dass nicht klar ist wie es weitergeht.“

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Die erste Wetterkarte wurde am 23.11.1951 im TV gezeigt. „Wetterfrosch” Dr. Geert Rödinger (Foto: NDR)

Ein gewisses Misstrauen gegenüber Meteorologen haben viele

In der Diskussion um Vorhersagen hat sich eingebürgert, den Ausblick auf drei Tage als „seriös“ einzuordnen. Das hört Michael gar nicht gern. „Das Wort ‚seriös‘ wird bei Wahlprognosen z. B. nie benutzt. Das ist totaler Schwachsinn, beim Ausblick auf drei oder vier Tage grundsätzlich von seriös zu sprechen.“ Vorhersagen lassen sich heute genauer treffen als früher, sagt Michael. Trotzdem gebe es bei einigen Menschen das Gefühl, sie seien ungenauer geworden. Ein gewisses Misstrauen gegenüber Meteorologen haben eh viele: Gerade ältere Leute sind überrascht, wenn sie Michael treffen, weil sie glauben, ein Wetterexperte trage Pullunder, Fliege und einen aparten Seitenscheitel. (Sehen Schornsteinfeger immer so aus, wie man es erwartet? – MÄNNER-Archiv.)

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In der Eifel betreiben Michael und sein Geschäftspartner einen Wetterpark (Foto: Donnerwetter.de)

Bei aller Expertise: Auch Michael passiert es, dass er den ganzen Tag mit Regenschirm herumläuft – aber es kommt nichts runter. „Neulich ging mein Mann mit dem Hund raus und wurde von einem Sturzregen erwischt. Das hatte ich zwar vorher auf dem Radar gesehen, aber ich konnte ihn nicht mehr warnen. Er beschwert sich dann immer, dass ich ihn bei solchem Wetter rauslasse.“ Sowas kommt in den besten Meteorologenfamilien vor.

Das vollständige Porträt steht in MÄNNER 8.2016!

Titelbild: Tilman Schenk


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