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Aruba führt Verpartnerung ein

Die Karibikinsel wird jetzt noch ein bisschen holländischer

Wo liegt eigentlich nochmal dieses Aruba? Die Insel befindet sich in der südlichen Karibik, 25 Kilometer nördlich von Venezuela, gehört aber zu den Niederlanden – und zwar schon seit 1636. Immerhin 100.000 Leute leben da. Und die dürfen jetzt, jedenfalls die schwulen und lesbischen Einwohner, eine Eingetragene Partnerschaft eingehen. (Der Karibikstaat Belize hat kürzlich gleichgeschlechtlichen Sex legalisiert – MÄNNER-Archiv.) Das entschied das Parlament heute auf Initiative der lesbischen Abgeordneten Desiree Sousa Croes mit einer Mehrheit von 11 zu 5 Stimmen.

Aruba

Die Abgeordnete Croes (li.) freut sich über die Entscheidung des Parlaments

Zwar können homosexuelle Niederländer im Mutterland einander schon seit 2oo1 heiraten, das gilt aber nicht für die Insel Aruba, Curaçao, and Sint Maarten, denn die gelten als autonome Gebiete innerhalb des Königreichs mit eigenen Gesetzen, wonach schwulen Paaren das Heiraten ebenso wie Verpartnerungen nicht erlaubt waren. (Trotzdem: Weltweit lebt eine Millarde Menschen in Ländern, die die Ehe geöffnet haben – MÄNNER-Archiv.)

Immerhin: 2007 hatte das Holländische Verfassungsgericht die Überseegebiete dazu verdonnert, die Ehen anzuerkennen, die auf dem holländischen Festland geschlossen wurden. Die selben Sozialleistungen bekamen sie aber trotzdem nicht.

Ehe darf bei Homosexuellen noch nicht Ehe heißen

„Verheiratete Homopaare haben wir zwar schon in Aruba, aber die bekommen eben nicht dieselben Rechte”, so die Abgeordnete Croes, die mit ihrer Frau seit 2012 in Amsterdam lebt. Davon abgesehen, dass ihre Ehe nicht Ehe heißen darf, sind die Rechte für Homosexuelle identisch. Verfechter der Ehe für alle hoffen aber, dass bald ein Gesetz zur komplettten Ehe-Gleichstellung verabschiedet werden kann.

Aruba

Foto: caribicinseln.com

Anders als in den Niederlanden, wo der Einfluss der Kirche schon vor Jahren beschnitten wurde, spielt die Katholische Kirche auf den karibischen Inseln noch eine große Rolle. Dort haben Geistliche im Vorfeld auch Front gemacht gegen eine Gesetzesänderung. Auf der Insel gibt es auch immer wieder Anfeindungen von Homopaaren, zum Teil auch Gewalt.

Titelbild: Fotolia


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