eddie-mcguinness-and-john-ward-getting-married-2016-e1463824066929-1048×645

Folgt Australien Irlands Beispiel?

Im Februar 2017 findet in Down Under ein Referendum zur Ehe für alle statt

Der Termin steht jetzt also: Am 11. Februar wird die australische Bevölkerung gefragt: „Sollte das Gesetz geändert werden, um gleichgeschlichen Paaren zu erlauben zu heiraten – ja oder nein?“ Premierminister Malcolm Turnbull wird noch diese Woche ein entsprechendes Gesetz im Parlament vorstellen.

Über Wochen war gerungen und gestritten worden; im Machtkampf zwischen konservativen und liberalen Kräften ging es um die Frage, ob im Land eine Volksabstimmung zur Öffnung der Ehe durchgeführt werden sollte. Während die Regierung trotz viel Kritik an ihren Pläne für eine solche Abstimmung festhielt, hat die oppositionelle Labour-Partei noch zu Beginn der Woche einen Gesetzesentwurf zur Eheöffnung vorgelegt, der sie verhindern soll (MÄNNER-Archiv).

„Warum sollten die Kinder von LGBTI-Australiern weiter dabei zusehen müssen, wie die Beziehungen ihrer Eltern nicht anerkannt werden?”, so Labor-Chef Shorten. Australien würde, was LGBTI-Rechte anbelangt, vielen Nationen in der Welt hinterherhinken. „Wir verlieren das Gefühl für unsere Identität als Nation”, sagte Shorten. Außerdem befürchte seine Partei eine Welle der Homophobie, die Australien überspülen würde, wenn die Gegner der Eheöffnung vor der von der Regierung geplanten Volksabstimmung unweigerlich beginnen würden, gegen diese zu argumentieren. „Die Regierung läuft Gefahr als lauter Verstärker von Vorurteilen und einer Sprache des Hasses zu funktionieren.”

Laut Umfragen sind 3 von 4 Australiern für die Ehe für alle. Wird das Referendum also ein sicherer Erfolg wie in Irland im Mai 2015 (MÄNNER-Archiv)? Wir  haben bei irischen Aktivisten nachgefragt, die zum Teil über Jahre für die Ehe-Öffnung gekämpft haben. Eddie McGuiness empfiehlt den australischen Kollegen:

Hier geht es darum, ob die Bürger eines Landes zusammenstehen für Gleichheit und Liebe

„Redet mit den Leuten! Erzählt ihnen Eure Geschichten darüber, was Gleichstellung wirklich ist und was es Euch und Euren Familien bedeutet. Alle kennen jemanden, der schwul oder lesbisch ist – als Bruder oder Schwester, Tante oder Onkel. Man liebt und unterstützt seine Verwandten und hält zu ihnen. Ich fragte meinen Bruder, ob er Trauzeuge bei meiner Hochzeit sein wolle – so wie ich es bei ihm war – und ich habe ihn noch nie so stolz gesehen, wie an dem Tag, als er bei mir war und ich die Person heiratete, die ich liebe und mit der ich mein Leben teilen will.“

Wir alle wissen, was politische Versprechen wert sind

Die Frage der Ehe-Öffnung, so McGuiness, sei keine religiöse Angelegenheit, sondern ein bürgerliche. „Hier geht es darum, ob die Bürger eines Landes zusammenstehen für Gleichheit und Liebe – als eine wahre Gesellschaft.“

Der irische Aktivist Ross Golden-Bannon gibt gegenüber MÄNNER zu bedenken, dass – anders als in Irland – das Ergebnis der Abstimmung in Australien nicht rechtlich bindend sei. „Es ist unklar, was nach dem Referendum passiert oder wie das Gesetz am Ende genau aussieht. Ich sage das entgegen allen politischen Versprechen, die gemacht wurden – aber wir alle wissen, was sie wert sind.“ (Golden Bannon weiter: „Die Abstimmung wird Traumata verursachen“ – MÄNNER-Archiv)

Titelbild: privat (Eddie McGuiness heiratet seinen langjährigen Partner John)


0 Kommentare



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close