Mykonos island

Ein eigener LGBTI-Staat?

Deutliches Meinungsbild bei unserer Umfrage der Woche

Die Idee klingt sympathisch – ein komplett eigener Staat für LGBTI, um sie vor Homo- und Transphobie zu schützen. Nach dem Massaker von Orlando und den wiederholten Tötungen von Homosexuellen durch den islamischen Staat IS, aber auch vor dem Hintergrund der stärker werdenden Rechtspopulisten – etwa in Österreich und nun auch Deutschland – auch ein verständlicher Wunsch. Wie sicher ist es denn, dass Errungenschaften wie Eingetragene Partnerschaft oder Antidiskriminierungsgesetz erhalten bleiben, wenn die Rechten stärker werden? Vielleicht bietet sich direkt die bei Schwulen beliebte Insel Mykonos für einen solchen Staat an? (Wobei – selbst dort gibt es offenbar homophobe Übergriffe – MÄNNER-Archiv.)

Staatsgründung als symbolische Protestaktion

Bestrebungen, einen eigenen LGBTI-Staat zu gründen, sind nicht neu. Bereits im Jahr 1969 schlug der aus Kalifornien stammende Aktivist Don Jackson vor, einen schwullesbischen Staat zu gründen. Doch es fanden sich nicht genug Mitglieder der Community, die bei Jacksons „Stonewall Nation”-Projekt mitmachen wollten. Die erste offizielle „Staatsgründung” gab es dann im Jahr 2004, als australische Aktivisten die  Korallenmeerinseln im Nordosten Australiens zum „schwullesbischen Königreich” erklärten.

Dafür wurde die winzige Insel Cato von Aktivisten besetzt, die von dort aus die Unabhängigkeit des Staates ausriefen und dort eine Poststation eröffneten. Natürlich bliebt das Projekt letztlich eine symbolische Protestaktion mit dem Ziel, die Ausgrenzung von LGBTI sichtbar zu machen.

Lediglich 7 % finden, wir hätten genug Gleichberechtigung erreicht

Kürzlich hat der Leiter der Organisation „Gay Homeland Foundation” gegenüber der Vice erklärt, er glaube immer noch fest daran, dass eine schwullesbische Nation machbar sei: „Wir brauchen ein kulturelles und politisches Zentrum, wo wir neue Lebensweisen entwickeln können, die besser zu uns passen.” Man könne sich so von den Zwängen und Ausgrenzung eines Lebens unter Heteros befreien (MÄNNER-Archiv).

Wir von wollten von Euch wissen, was Ihr davon haltet. Das Ergebnis fiel recht deutlich aus: Fast 2 von 3 Usern (60 %) meinen, man müsste die Probleme vor Ort lösen. Beinahe jeder Vierte (22,3 %) hält die Schaffung eines eigenen Staates angesichts der Diskriminierung auf der ganzen Welt für eine gute Idee. Lediglich 7 % finden, wir hätten schon genug Gleichberechtigung erreicht.

Community

Titelbild: Fotolia (Mykonos)


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