Friends entering a club.

Diskriminierungsschutz verbessern!

Der Tag im Zeitraffer (27.09.2016)

In Berlin fand heute ein Festakt zum 10-jährigen Bestehen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) statt. Es war am 18. August 2006 in Kraft getreten und hat zum Ziel, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen. Schwerpunkt ist der Schutz vor Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf, daneben sind im AGG aber auch Vorschriften zum Schutz vor Benachteiligung im Zivilrechtsverkehr verankert. Nach einer Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat nahezu jede und jeder Dritte in den vergangenen zwei Jahren Diskriminierung erlebt. Seit 2006 haben sich mehr als 15 000 Menschen an das Beratungsteam der Antidiskriminierungsstelle gewandt.

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz: Schlupflöcher stopfen!

LSVD-Sprecher Benjamin Rottmann kritisierte, selbst 10 Jahre nach Inkrafttreten des AGG gebe es noch deutliche Lücken. „Antidiskriminierungsverbände müssen endlich per Verbandsklagerecht die Möglichkeit erhalten im Namen von Betroffenen klagen zu können. Die Schlupflöcher für Diskriminierung und Ungleichbehandlung im kirchlichen Arbeitsrecht müssen gestopft werden. Es ist nicht weiter hinzunehmen, dass Beschäftige im kirchlichen Bereich vom Diskriminierungsschutz ausgeschlossen werden.“
Volker Beck (B’90/Grüne) sagte:  „Viele Betroffene scheuen sich davor, sich als Einzelperson durch alle Instanzen zu klagen oder brauchen Zeit für diese Entscheidung. Die kurze Klagefrist von nur zwei Monaten muss auf 12 Monate verlängert werden.  Außerdem braucht es ein umfassendes Verbandsklagerecht für Antidiskriminierungsverbände, Betriebsräte und Gewerkschaften. Dadurch liegt die Last nicht mehr alleine auf den Betroffenen. Sonst bleiben Diskriminierungen wie Nichteinlassen in eine Diskothek oder ein Restaurant wegen der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe ohne Reaktion. Gerade so etwas ist aber keine Lapalie.“

Der LSVD forderte zudem, die Bundesregierung müsse besonders auf EU-Ebene endlich ihre Blockade der EU-Gleichbehandlungsrichtlinie aufgeben. „Durch das ‘Nein!’ der Bundesregierung bleibt das Zivilrecht in vielen europäischen Staaten vom Diskriminierungsschutz ausgeklammert. Auf EU-Ebene wird seit Jahren über eine Gleichbehandlungsrichtlinie diskutiert, die Lücken im Diskriminierungsschutz vor allem in den neuen EU-Mitgliedsstaaten in Osteuropa schließen soll. Die Umsetzung dieser horizontalen Nichtdiskriminierungsrichtlinie wird von Deutschland weiterhin blockiert. Während in Berlin heute der Diskriminierungsschutz gefeiert wird, verweigert die Bundesregierung diesen Schutz vielen Menschen in Osteuropa.”

Orlando: 10 Millionen Dollar Spenden

Die LGBTI-Organisation Equality Florida hat ein beeindruckendes Video veröffentlicht, in dem sich die Überlebenden des Massakers von Orlando, deren Angehörige und die Familien der Opfer für die finanzielle Unterstützung bedanken, die sie seither erfahren haben. Allein die GoFundMe-Kampagne von Equality Florida erbrachte 9,5 Millionen Dollar. Gespendet wurde das Geld von über 120.000 Menschen aus 120 Ländern. Laut Nadine Smith, der Geschäftsführerin von Equality Florida, werde heute damit begonnen, das Geld zu verteilen. Smith wies auch darauf hin, dass ihre Organisation nichts von dem Geld behalten wird, jeder Cent, und selbst die in den letzten Monaten angefallenen Zinsen, kämen den Opfern zugute. „Die Mittel werden denen zur Verfügung gestellt, die Menschen verloren haben und den anderen Opfern, denen, die körperlich verletzt oder seelisch traumatisiert worden sind.” (Mehr lesen – MÄNNER-Archiv)

 

Virginia: Queere Touristen willkommen

Der US-Bundesstaat Virginia wirbt offensiv um queere Touristen. So hat man jetzt eine spezielle Task Force gegründet und den offiziellen Webauftritt Virginias um eine LGBTI-spezifische Unterseite erweitert. Dort können sich queere Touristen über Hotels und Restaurants informieren, darüber wo sie ihre Flitterwochen verbringen können oder wo sie mit ihrer Regenbogenfamilie willkommen sind. Es gibt sogar einen LGBTI Pride Shop, in dem Mützen, Shirts und Hoodies angeboten werden, die den Slogan “Virginia is For Lovers” tragen. In einer Videobotschaft erklärt McAuliffe, der seit 2014 Governeur ist und als eine der ersten Amtshandlungen den von seinem Vorgänger abgeschafften LGBTI-Diskriminierungsschutz am Arbeitsplatz wieder einführte: LGBTI-Menschen seien ebenso willkommen wie ihre Familie und ihre Freunde.

„Virginia ist stolz, ein offener und gastfreundlicher Ort für jeden Besucher zu sein […] Virigina ist wahrhaftig etwas für Liebhaber und wir hoffen, Ihr habt ein unvergessliches Erlebnis beim Besuch des großartigsten Staates in der großartigsten Nation auf der Erde.“ (Mehr lesen – MÄNNER-Archiv)

 Titelbild: Fotolia


0 Kommentare



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close