Alles in bester Ordnung?

Patsy L'Amour laLove über Selbsthass und Emanzipation

Nicht nur Heterosexuelle, findet die selbsternannte Polit-Tunte Patsy L’Amour laLove, betonen möglichst häufig, wie tolerant und liberal die Gesellschaft doch mittlerweile geworden sei – gerade in Bezug auf Schwule, Lesben und Transmenschen. „Auch diesen ist die Normalität ein großes Anliegen, zu der es zu gehören scheint, dass alles, so wie es ist, in bester Ordnung sei. Die Feindseligkeit aber ist immer noch vorhanden. Am deutlichsten spürbar im Coming-out, das auch heute für die meisten ein Problem darstellt. (Wobei sich viele heute gar nicht mehr eindeutig festlegen wollen (MÄNNER-Archiv).

Allzuoft wird der Hass vergessen

So weit kann es also nicht her sein mit der Normalität der Anderen. Und doch wird in zahlreichen Aufklärungsversuchen ein Schwerpunkt auf den Abbau von Vorurteilen gelegt. Das kommt häufig einer Unterwerfungsgeste gleich – und allzuoft wird der Hass vergessen, der ja das eigentlich Problem ist. Anderssein wird abgewertet, was sich nicht zuletzt auf die anderen und ihren Umgang mit sich selbst auswirkt.”

Emanzipation

Strahlende Polit-Tunte Patsy ‘Amour

Die Autorin geht in ihrem frisch veröffentlichten Buch der Frage nach, was Emanzipation im heterosexuellen Wahnsinn bedeuten kann. Mit Sexualforscher Martin Danneker spricht sie über „Scham und Sexualität”, und auch dem Thema Online-Dating ist ein Kapitel gewimdet: „Freiheit und Herrschaft. Zur desexualisierten Sexualität am Beispiel von GayRomeo”. Patsy hat ihre Dissertation über die Schwulenbewegung der 1970er Jahre (Erinnerungen an den 1. CSD in Berlin von Bernd Gaiser – MÄNNER-Archiv)) geschrieben und an Universitäten in Berlin und Bielefeld über „Schwule Männlichkeiten – Transdisziplinäre Annäherungen“ und „Konzepte der Inter- und Transdisziplinarität“ gelehrt.

Patsy l’Amour laLove liest aus ihrem Buch „Selbsthass & Emanzipation. Das Andere in der heterosexuellen Normalität”
Am 22. September 2016, ab 19.00 Uhr, Schwules Museum*

Galerie: Dragan Simicevic & Rahada (Model: Paride Mirabilio) aus dem Buch „Selbsthass & Emanzipation”


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