Politik – Parteien – AfD – Farben – hellblau – blau

Es reicht für grün/links in Berlin

Die LGBTI der Hauptstadt würden gern grün regiert und wählen nur zu sieben Prozent AfD

Am 18. September 2016 findet die nächste Abgeordnetenhauswahl in Berlin statt. Doch wie wählt eigentlich die LGBTI-Community der Hauptstadt? Welche Unterstützung haben die Berliner Parteien von queeren WählerInnen und welche politischen Themen sind ihnen bei dieser Wahl besonders wichtig? In gängigen Wahlstudien wird die Frage nach der sexuellen und geschlechtlichen Identität nie gestellt. Deshalb wussten wir bislang nicht genau, welche politischen Präferenzen die Community hat und welchen Parteien schwule, lesbische, bisexuelle sowie transgeschlechtliche Menschen ihre Stimme geben. Die Erkenntnislücke wurde jetzt durch eine Online-Umfrage geschlossen. (MÄNNER-Archiv) Die Studie wurde von Prof. Dr. Dorothée de Nève und Niklas Ferch BA (Justus-Liebig-Universität Gießen) sowie Dr. Tina Olteanu und Michael Hunklinger BA, (Universität Wien) in Kooperation mit dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) und der Arbeitsstelle Gender Studies (AGS) der Justus-Liebig-Universität Gießen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden am Montag Abend in einer Pressekonferenz im Café Ulrichs der Berliner Aids-Hilfe präsentiert.

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Und die sind relativ eindeutig: Würde nur die LGBTI der Hauptstadt bestimmen, wer Berlin regiert, hätte ab Mitte September eine grüne Bürgermeisterin und einen offen schwulen stellvertretenden Bürgermeister: Klaus Lederer von den Linken. Zusammen kämen beide Partei auf rund 55 Prozent aller LGBTI-Stimmen. Nimmt man die SPD dazu, wählen 72 Prozent aller Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Trans* in Berlin Parteien aus dem linken Lager. Die AfD liegt dabei mit sieben Prozent noch hinter der FDP, die CDU wird gnadenlos abgestraft und landet gleichauf mit dem Piraten bei vier Prozent. Damit wäre ihr Einzug ins queere Abgeordnetenhaus gefährdet.

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Dabei können Linke und BündnisGrüne deutlich zulegen, CDU und SPD verlieren ebenso deutlich in der queeren Wählergunst. Die meisten neuen queeren Wähler bekommt die AfD, allerdings dicht gefolgt von der FDP, die viel verlorenen Boden gut machen kann. Die wichtigsten Themen für LGBTI-Wählerinnen sind Homophobie, Flüchtlingspolitik und Diskriminierung. Befragt wurden 1058 Wahlberechtigte, nicht heterosexuelle Berliner*innen, die durchschnittlich 40 Jahre alt waren.

Alle Ergebnisse der Studie gibt es hier zum Nachlesen.

Foto: Fotolia/GundolfRenze


7 Kommentare

  1. Marcelo Jürgens

    Was heißt hier die AfD liegt noch hinter der FDP? Ich gehe davon aus, dass, würde man die Umfrage deutschlandweit machen, Grüne und FDP eine Koalition bilden könnten. Unterschätzt nicht die Bedeutung einer liberalen Stimme.

  2. Kai Tonath

    Haben Online Umfragen nie weil die Teilnehmer nicht anhand festgelegter Kriterien ausgewählt wurden, sondern der Link dazu blind verteilt wurde und vielleicht den Grünen*innen weiter verteilt wurde aber bei der CDU nicht ….


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