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Von den Bühnen der Welt in die Politik

Trans*frau Gloria Gray will Bürgermeisterin in bayerischer Provinz werden

Gloria Gray ist eine beeindruckende Trans*frau, die bereits auf ein schillerndes Leben als Künstlerin zurück blicken kann. Das ist ihr jedoch scheinbar noch lange nicht genug, denn jetzt will sie auch in die Politik.  Mitte der 60er Jahre in Zwiesel im Bayerischen Wald als Sohn einer Metzger- und Viehhändlerfamilie geboren, merkte Gloria bereits im Alter von vier Jahren, dass eigentlich der Körper einer Frau für sie bestimmt war. Zur damaligen Zeit im tiefsten Bayern musste das jedoch vorerst ihr Geheimnis bleiben. Trotzdem als anders wahrgenommen, musste sie sich dem Spott ihrer Schulkameraden aussetzen (Comedy-Superstar Barry Humphries und sein Bühnenprogramm über Trans*frauen – MÄNNER-Archiv), bis sie sich mit 18 ihrer Mutter offenbarte, begann Schritt für Schritt als Frau zu leben und in die Münchner Schwulenszene eintauchte.

Ich lebe hier und jetzt

Nach ihrer Geschlechtsangleichung mit Mitte 20 begann dann die Karriere, von der sie schon so lange geträumt hatte: Sie ging auf die Schauspielschule, sang auf Kleinkunstbühnen und schon sehr bald auch regelmäßig im legendären „Kay’s Bistro“ für die Münchner Schickeria. Über Abstecher in die USA und Kanada wurde Sie dann 1993 durch die Sat1-Comedy-Show „Halli Galli” auch einem Fernsehpublikum bekannt. Es folgten unzählige Bühnen- und TV-Auftritte, unter anderem mit Marianne Sägebrecht, Tom Gerhardt und Amanda Lear, Arbeiten als Fotomodell, ihre eigene CD, Benefiz-Veranstaltungen für die deutsche AIDS-Hilfe und UNICEF, ihre Biografie als Buch; und sogar als Revuegöttin Mae West war sie in Joseph Vilsmaiers Hollywood-Epos „Marlene“ zu sehen.

In Zwiesel haben sich die Menschen mittlerweile an mich gewöhnt

Vor sechs Jahren kehrte die Entertainerin, die im vergangenen Jahr ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum feierte,  wieder in ihre Heimatstadt Zwiesel zurück und versöhnte sich mit ihrer Vergangenheit. Glorias Vorleben als Mann scheinen die Leute dort nun auch verdaut zu haben. In einem Interview mit Dr. E. LeJeune auf München TV erklärte sie 2015: „In Zwiesel haben sich die Menschen mittlerweile an mich gewöhnt, und ich mich an sie. Mit 18 Jahren bin ich geflüchtet, aber 25 Jahre später in Frieden zurückgekehrt. Ich habe mich vorher mit der Familie und Verwandtschaft versöhnt und natürlich auch Leute aus der Vergangenheit getroffen, die alles andere als nett zu mir waren, die sich aber auch entwickelt haben. Heute erlebe ich ein wunderbares Miteinander in Zwiesel und nichts Negatives. In den Jahren, in denen ich jetzt wieder dort lebe, gab es vielleicht fünf Bemerkungen, die nicht hätten sein müssen. Und wenn man von früher spricht – das bringt mich nicht weiter. Ich lebe hier und jetzt und in der nahen Zukunft.“

Landrat-Adam

Landrat Michael Adam (Foto: privat)

Und die Zukunft von Zwiesel will Gloria jetzt  mitgestalten; so kündigte sie nun an, als Bürgermeisterin der Kleinstadt kandidieren zu wollen. Um das auch in die Tat umzusetzen, hofft das Multitalent jetzt auf den Einsatz ihrer Mitbürger. Als Parteilose braucht sie laut Vorschrift nämlich 120 Unterschriften wahlberechtigter Personen, die für ihre Kandidatur im Rathaus unterschreiben. Das ist bereits ihr zweiter Anlauf. 2011 scheiterten ihre Pläne aufgrund der mangelnden Unterschriften. Aufgeschlossen genug scheinen die Bürger dort aber zu sein. Denn der Landkreis Regen, zu dem auch Zwiesel gehört, hat mit Michael Adam (dem man 2013 wegen „Sex im Konferenzraum” einen Skandal anhängen wollte – MÄNNER-Archiv) schon einen schwulen Landrat gewählt. (Adam musste sich zuletzt aufgrund einer Erkrankung sowie einer Alkoholsucht einer längeren Kur unterziehen, wie er auf seiner Homepage sehr offen erklärt, und will seine Amtsgeschäfte am 4. Oktober 2016 wieder aufnehmen.

Drücken wir Gloria am 27. November die Daumen für ihren ambitionierten zweiten Versuch.

Foto: Bühnenprogramm Glanz & Gloria 


1 Kommentar

  1. Thomas Müller

    Liebe Redkteeure vom Männer Magazin, ich muss hier mal was loswerden weil in diesem Bericht zwei Dinge vermischt werden die nichts miteinander zu tun haben. Zum einen finde ich es wirklich toll dass sich Gloria Gray als Bürgermeisterkandidat/in aufstellen lassen möchte und ichh wünsche für diese Kandidatur alles Gute, auchh der Byerische Wald brauch Queere Menschen egal in welchem Beruf den Queer gehört zum Leben und in unsere Aufgeklärte Gesellschaft wie das tägliche Brot das Wasser oder das Atmen. Was mir an diesem Bericht nicht gefällt sondern mich eher sauer macht, dass ihr den Michael Adam als Beispiel nehmt zwecks Queer und Bürgermeisteramt im Bayerischen Wald. Aber nicht wegen des Veergleichs bin ich saueer sondern weil gleich noch in diesem Bericht drinne steht das er momentan krank ist wegen Alkoholproblemen und dass er vor zwei drei Jahren von Deutschlands beliebtester Gossenzeitung zwecks eines Sexskandals durch die Medien ging. Wenn man die beiden Berichte die Kandidatur von Gloria Gray und das Privatleben des Landrates Michael Adam mal genau betrachtet hat beides nichts miteinander zu tun. Ichh habe sehr großen Respekt vor Michael Adam der sich seine Arbeit erst als Erster Bürgermeister der Gemeinde Bodenmais und dann später als Landrat durch Leistung selber erarbeitet hat. Wen n es wirklich nur um den Bayerischen Wald und Queere Politiker geht hätte man zwar als Beispiel den Michael Adam bringen könnn aber den Zusatz mit seiner Krankheit und den politischen Fehlverhalten doch einfach weglassen lönnen. Oder schreibt ihr aucch wenn ein Schwuler für den Bundestag kndidiert daass er dann auch dass Weiße Pulver probieren kann wie es Grüne Vollblutpolitiker schon getan haben?


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