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Indonesien will Dating-Apps verbieten

Das Land erlebt in diesem Jahr einen beispiellosen Rollback, was LGBTI-Rechte betrifft

Die Indonesische Polizei will jetzt auch noch schwule Dating Apps verbieten. Anlass sind Berichte, wonach ein Pädophilenring Grindr benutzt haben soll, um vor allem minderjährige Jungs an Kunden zu vermitteln. Die Behörden hatten vergangene Woche drei mutmaßliche Betreiber eines Pädophilenrings festgenommen. Nach Polizeiangaben wurde die Dating-App bei einem der Verdächtigen auf dem iPad gefunden; man geht davon aus, dass er sie benutzt habe, um Jungs auf den Strich zu schicken.

Auch Soziale Medien haben die Kultur des Landes zu respektieren

Insgesamt spricht Agung Setya, zuständig für Wirtschaftskriminalität und „spezielle Verbrechen“, von 18 Dating-Apps, die in Indonesien in Gebrauch seien. Er habe das Informationsministerium darum gebeten, diese zu verbieten. Im Februar hatte die Regierung bereits alle Betreiber von Instant Message Apps aufgefordert, gleichgeschlechtliche Emojis (was sie wohl zu erst zu dem Kondom-Emoji sagen würden, das Durex fordert? – MÄNNER-Archiv) zu entfernen – andernfalls würde man sie verbieten. Grund: Auch Soziale Medien hätten die Kultur des Landes zu respektieren.

Die queere Bevölkerung Indonesiens erlebt in diesem Jahr einen beispiellosen Rollback. So versucht eine rechtskonservative Organisation vor dem Verfassungsgericht durchzusetzen, dass gleichgeschlechtlicher Sex ebenso wie vorehelicher Verkehr verboten wird (MÄNNER-Archiv). Das Land sei „am Rand der moralischen Krise” und in Gefahr, dass seine „muslimischen Werte durch die Forderungen von LGBTI-Gruppen unterlaufen” würden. Bisher sind homosexuelle Handlungen zwischen erwachsenen Partnern in weiten Teilen von Indonesien legal, lediglich in einigen Provinzen gibt es gesetzliche Verbote. Die rechtskonservative Organisation Family Love Alliance fordert, dass ein Gesetz gegen Sex mit Minderjährigen so verschärft wird, dass es auch für schwulen und lesbischen Sex gilt.

Titelbild: Grindr/Promo


5 Kommentare

  1. Timm Thaler

    Wenns danach ginge, dürftest Du kaum irgendwas kaufen.

    Die Diskriminierung ist scheiße, aber ob das nun so dramatisch ist, eine Fickplattform weniger zu haben?

    Ohne Fickportal gingen die Gays auch wieder etwas mehr vor die Tür und/oder beteiligten sich am Geschehen, statt auf ihrer Rosawolke zu vergammeln.

  2. Benne Konik

    Würde mal sagen die sind in den sechziger Jahren stehen geblieben und nicht mit der Zeit gegangen. Ich finde sowas einfach nur totale Scheiße das man nicht offen ist für was neues. Unglaublich sowas.

  3. Rene Wukasch

    Lies mal weiter im Artikel, es geht nicht nur um Grinder. Aber die „muslimischen Werte” werden von vielen, auch schwulen Zeitgenossen ja sehr positiv gesehen. Ich bin da skeptisch.


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