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„Sexuelle Identität“ ins Grundgesetz!

Der MÄNNER-Wochenkommentar - immer wieder samstags

Immer samstags veröffentlicht MÄNNER einen Wochenkommentar, verfasst von wechselnden Autoren. Zum festen Stamm gehören Axel Hochrein (LSVD-Vorstand), Stefan Mielchen (Erster Vorsitzender von Hamburg Pride) sowie Jan Feddersen (taz)

Die AfD kommt in Umfragen aktuell bundesweit auf Platz 3 – mit 16 % Zustimmung erhält sie laut jüngsten ARD-„Deutschlandtrend“ ihr bestes Ergebnis bisher. In der CDU hat sich schon die erste Stimme gemeldet, die die Partei für Koalitionen mit der AfD öffnen will. Es wird auf Dauer sicher nicht bei der einen Stimme bleiben. Angesichts des zunehmenden homophoben Ausfälle der Partei frage ich mich: Kriegen die Wähler in diesem Land das nicht mit oder – was bedenklicher und, wie ich zunehmend befürchte, auch wahrscheinlicher ist – sind sie im Prinzip ganz einverstanden damit, dass mal jemand der Homo-Lobby (dazu ein Kommentar von Axel Hochrein – MÄNNER-Archiv) Paroli bietet, weil man das Gefühl hat, sie fordere allzu laut irgendwelche „Sonderrechte“ ein, während es tatsächlich um gleiche Rechte geht. Und wenn unsere heterosexuellen Brüder und Schwestern partout nicht finden wollen, dass es hier lediglich um gleiche Rechte geht, dann liegt das wohl daran, dass sie finden, dass queere Menschen eben nicht gleich sind und man sie daher auch nicht gleichbehandeln muss.

AfD-Spitzenpersonal: Homosexuelle nicht natürlich

Aktuell geht es in der öffentlichen Diskussion, die die AfD führt, nicht so sehr um Flüchtlinge (obwohl ihr immer nachgesagt wird, sie werde vor allem für ihre Haltung in der Frage gewählt). Es geht um die Renaissance des Wortes „völkisch“ (Frauke Petry ist dafür, ihr Co-Parteichef Meuthen nicht – er hält das Wort, das ein zentraler Begriffen der Nazi-Ideologie war, für „nicht rehabilitierbar“) und es geht darum, die LGBTI-Gemeinde als degeniert zu verunglimpfen (Nerstheimer – MÄNNER-Archiv), Homosexuelle die Natürlichkeit und Normalität abzusprechen (Daniel Roi – MÄNNER-Archiv), Schwule mit Pädophilen gleichzustellen (wofür Rois Landeschef Poggenburg angezeigt wurde – MÄNNER-Archiv), ihre Symbole zu verbrennen (wie in Berlin Zehlendorf durch AfD-Mann Jörg Sobolewski) oder Bilder von brennenden Regenbogenfahnen zu zeigen wie Andreas Tute aus Niedersachsen (MÄNNER-Archiv).

Berlin Wahl

In Zehlendorf wird eine Regenbogenflagge verbrannt (Foto: Facebook)

Wir haben es hier längst nicht mehr mit Randerscheinungen zu tun, auch wenn sich Mirko Welsch, Sprecher der AfD-Homos bemüht, diesen Eindruck zu erwecken und in gewohnter Manier auf andere Parteien zeigt mit dem Hinweis, Idioten gebe es überall. Stimmt wohl. Aber rudelweise rotten sie sich nur in der AfD zusammen.

AfD will sozialen Unfrieden stiften, indem sie heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft gegen die queere Minderheit ausspielen

Homophobe Äußerungen und Taten können längst nicht mehr als Einzelmeinungen abgetan werden. Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD in Sachsen-Anhalt, Roi, mag behutsamer als Nerstheimer formulieren, auch ist sein Antlitz nicht so schwer vermittelbar, aber beide wollen dasselbe: sozialen Unfrieden stiften, indem sie heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft gegen die queere Minderheit ausspielen. Es lohnt sich einige von Rois Formulierungen genauer anzusehen:

1. Sonderbehandlung

Roi kritisiert, dass von Kindergärten und Schulen über Universitäten bis zur Polizei „Akteure auf nahezu allen Feldern des politischen Handelns darauf verpflichtet werden, die Lebenssituation von Personen mit nicht-heterosexuellem Verhalten in besonderer Weise zu berücksichtigen“. Mit der Formulierung „in besonderer Weise“ wird angedeutet, dass hier jemand eine Sonderbehandlung bekommt. Genauso gut könnte er argumentieren, dass Juden in Deutschland in besonderer Wiese berücktsichtigt werden, weil – aus historischen Gründen – vor jüdischen Einrichtungen wie Synagogen, Kitas, Museen oder dem Sitz des Zentralrats der Juden rund um die Uhr zwei Polizisten stehen. Vermutlich kommt das noch.

Teil 2: „Da beherrscht jemand das 1 x 1 der Hetze wirklich gut“


7 Kommentare

  1. Mathias Braasch

    Handeln ja, aber das Grundgesetz immer weiter aufzublähen, damit habe ich auch ein Problem. Da steht schon viel zu viel drin. Die Strafgesetze zu verändern und die Staatsanwaltschaften anzuweisen, hier strenger vorzugehen, das könnte schon helfen. Leider sorgt auch das Gehetze in den sozialen Medien für immer mehr Schrankenlosigkeit. Da sich die Hetzer durch Likes immer wieder und mehr bestätigt fühlen können und keine Sanktionen fürchten müssen, nimmt die Hetze dann auch im realen Leben zu.

  2. Dietrich-Nis Schlömer

    Der Welsch hatte auch gestern gesagt, er findet es schlimm wenn Regenbogenflaggen verbrannt werden, aber man verbrennt ja auch schließlich Deutschland Flaggen. Den Vergleich finde ich absurd. Hierbei handelt es gezielt gegen Schwule, wobei es bei der Deutschland Flagge ein wenig allgemeiner ist.

  3. Dieter Triebel

    Lieber die afd als die anti-deutschen parteien und wer die spd, grünen und linken wählt der mitschuld das Deutschland irgendwannn nicht mehr Deutschland ist. Außerdem muss diese gender scheiße verboten werden und es wundert mich nicht das „schwuchtel“ mit macht bei der Hetze gegen minderheiten gegen Erwachsene Menschen die sich in 12,13-jährigen verlieben. Ich schwuchtel habe mich gerne mit 13 von meinem Erwachsenen Partner flachlegen lassen. Ich fühle mich nicht angegriffen oder dsikriminiert das ist alles eine Sache der Gehirnwäsche die Sie und die Schwulenverbände machen. Ich bin gegen diese Ehe für alle, für mich klingt das danach das perverse ihre Haustiere heiraten dürfen, ich will auch keine Kinder. Ich bin doch keine schwuchtel um den heten alles nachzumachen, sondern um es nicht zu machen. Außerdem hetzt ihr doch ständig gegen heten. Ist das keine Diskriminierung? Und da wundern Sie sich und die anderen „schwuchtel“ das diese zurückschlagen? Wer seine Meinung äußert so wie ich, wird doch direkt als Feind angesehen. Doch ich lasse ich mich nicht Mundtot machen und werde weiter in meinen Videos hin und wieder drüber reden.

  4. Kai Tonath

    Ihr denkt aber daran, dass „Sexuelle Identität“ nicht „Sexuelle Orientierung“ ist – Sexuelle Identität würde nur „Trans*“ und „Inter*“ schützen, da eine Frau die von ihrer Sexuellen Identität eine Frau ist, aber zu anderen Frauen sexuell orientiert ist, immer noch von ihrer Identität her eine Frau ist – Das gleiche gilt für Männer!


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