Division Two Vizela vs Braga B Vizela 09 10 2016 Soccer Vizela Club received this afternoon the

Morddrohungen gegen schwulen Schiri

Der spanische Schiedsrichter machte ein halbes Jahr Pause - und es hat sich nichts geändert

Jesús Tomillero Benavente war der erste offen schwule Schiedsrichter in Spanien. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für Fußball: Mit 11 wurde er Schiedsrichter. Im Frühjahr 2015 outete er sich schließlich, erzählte seine Geschichte im Fernsehen. Er sagte damals: „Im spanischen Fußball gibt es viele versteckte Schwule, auch in der 1. und 2. Liga. Sie haben Angst diskriminiert zu werden, und das kann ich verstehen. Aber ich habe keine Angst mehr. Ich will nur respektiert werden.“ (MÄNNER-Archiv)

Homophobie im Fußball

Jesús Tomillero Benavente (Foto: privat)

Aber den Respekt verweigerte man ihm, immer wieder. Die Beleidigungen hörten nicht auf. Im Mai pfiff er ein Spiel in der andalusischen Regionalliga. Als Jesús in einer Situation auf Strafstoß entschied, machte sich Unruhe unter den Zuschauern breit. Einer rief: „Das ist der Schwuchtel-Schiedsrichter aus dem Fernsehen.“ Und „Schieb dir das Tor in den Arsch!” Die anderen Zuschauer lachten – das sei das Schlimmste daran gewesen, sagt Jesús. Daraufhin gibt er seinen Schiedsrichterjob auf. „Ich kann nicht mehr“, teilte er mit.

Tritt zurück oder stirb!

Ein knappes halbes Jahr später ist Jesús wieder da. Er hat beschlossen, dass er sich durch die Beschimpfungen nicht davon abhalten lässt, seinen Traum zu leben, dem er bereits zehn Jahre seines Lebens gewidmet hat.

Homophobie im Fußball

„Bei meiner 2. offiziellen Partie erhielt ich Beleidigungen wegen meiner sexuellen Orientierung” (Twitter, am 10. September 2016)

Doch schon beim zweiten Einsatz nach seiner Rückkehr brach der homophobe Hass wieder voll los. Als er am vergangenen Wochenende darüber twitterte, erhielt er prompt Morddrohungen – u.a. diese: „Schwuchtel, Du lebst nicht mehr lange!”

droh

In einer Drohung hieß es  „Tritt zurück oder stirb!” – dazu postete man das Foto eines erschossenen Mannes -, ein andere schrieb: „Wir töten Dich mit AIDS”.

Spanien ist zwar eines der Länder in Europa, die die Ehe auch für Homopaare schon sehr früh geöffnet haben. (Homotouristen kurbeln die spanische Wirtschaft mit etwa 6 Milliarden Euro jährlich an – MÄNNER-Archiv) Allerdings legte das Innenministerium im April eine Statistik vor, wonach sich 40 Prozent der Hassverbrechen der zurückliegenden 12 Monate gegen die sexuelle Orientierung des Opfer richteten.

Titelbild: Imago


12 Kommentare

  1. Ricardo Santos

    Ich hätte an seiner Stelle alles in meiner Macht stehende getan um diesen Typen im Publikum zu packen und zur Verantwortung zu ziehen und was die Morddrohungen angeht…Ich hätte an seiner stelle keine Angst. Hunde die bellen beißen nicht.

  2. Kai Mehrkens

    Was ich mich ja immer frage bei solchen schrecklichen Nachrichten. Woran denken diese Menschen eigentlich den ganzen Tag wenn sie solche Drohungen aussprechen? An Sex? Oder warum ist es so entscheidend wen der Schiedsrichter im privaten liebt? Ich gucke mir Fußball wegen dem Spiel an und nicht weil ich mich frage welche sexuelle Orientierung ein Spieler oder Schiedsrichter hat. Ist das Leben derer die so viel Hass in sich tragen denn so schrecklich?

  3. Harry Schmidt

    Eine nicht wirklich überraschende Meldung,was mich überraschen und beeindrucken würde wenn alle die kein Problem mit der Sexuellen Orientierung des Schiri haben klar Position beziehen und das beim nächsten Spiel auch öffentlich zum Ausdruck bringen. Sei es mit Transparenten Oder Sprechgesang oder Regenbogenfahnen.

  4. Fronk Reisch

    Tja, es bestätigt sich immer mehr! Erst schafft sich die Zivilisation ab und damit auch gänzlich die Menschheit sich selbst! Ist schon jemals eine Art wegen Dummheit ausgestorben?


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