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„Niemand soll Weihnachten einsam sein“

Israelische Regenbogenfamilien laden Soldaten ein, das höchste Fest des Jahres mit ihnen zu verbringen

In Israel gibt es mehr als 6.000 einsame Soldaten, die keine Familie haben oder keinen Kontakt zu ihren Verwandten. Damit sie an Weihnachten – respektive Chanukka, dem jüdischen Lichterfest vom 25. Dezember bis zum 1. Januar – nicht allein sind, haben jetzt Hunderte israelischer Regenbogenfamilien erklärt, ein Mitglied der israelischen Verteidigungskräfte IDF über die Festtage bei sich aufnehmen zu wollen. Viele Soldaten und Soldatinnen haben bereits dankbar zugesagt.

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„Wir können richtig gut kochen“; Tal, Itay und Alma Berman-Segal (Foto: Screenshot)

Die Idee zu dieser Initiative hatte Omer Nachmani, selber Reservist der Armee. Der schwule 25-Jährige hatte im Frühjahr einen Protest gegen die Regierung Netanjahu angeführt, die es abgelehnt hatte, Regenbogenfamilien, deren Angehörige im Einsatz als Soldat fallen, heterosexuellen Familien gleichzustellen und ihnen dieselben Rechte zu gewähren. Dazu hatte er einen Appell auf Facebook veröffentlicht, der für großes Aufsehen gesorgt hatte.

Wir können richtig gut kochen

Um zu zeigen, dass auch Regenbogenfamilien die Armee und ihre Mitglieder unterstützen, hat Nachmani nun hat ein YouTube-Video veröffentlicht, in dem sich einige israelische Regenbogenfamilien vorstellen und alleinstehende Soldaten und Soldatinnen einladen, mit ihnen die Feiertage zu verbringen. Darunter auch Tal und sein Partner Itay Berman-Segal, die eine gemeinsame Tochter haben, Alma. „Wir können richtig gut kochen“, versprechen die Väter in dem Clip.

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Omer (Foto: Facebook)

Seine Initiative ist auch eine Reaktion auf jüngste homophobe Statements religiöser Führer innerhalb und außerhalb der Armee. Nachnami will damit zeigen, dass jede Familie – egal ob es zwei Väter oder zwei Mütter gibt, ob es ein alleinerziehendes Elternteil ist oder eine klassische Vater-Mutter-Kind-Konstellation – eine Familie ist mit dem Potential, auch anderen mit Liebe und Großzügigkeit zu begegnen.

„Wir in der queeren Community wissen, was es heißt, allein zu sein“, sagt Nachmani. „Niemand soll sich an den Feiertagen allein fühlen.“

Titelbild: Video/Screenshot


17 Kommentare

  1. Friedrich Wichmann

    Das empfinde ich als wertvolles Zeichen: Schwule, die zu einem traditionell besetzten Fest, Soldaten zu sich einladen. Da sieht jeder die Wertschätzung des Berufsstandes Soldat in Israel. In D ist der Ruf von Soldaten eher negativ besetzt, so dass ich eine derart große Geste, ähnlich der israelischen, hier in D wohl in meinem Leben nicht mehr sehen werde.


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