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Demo für LGBTI-Aktionsplan in Magdeburg

AfD lehnt Maßnahmen als "perversen Zeitgeist" ab

Anfang des Jahres hatte Sachsen-Anhalts Landesjustizministerin Angela Kolb-Janssen (SPD) den „Landesaktionsplan für Akzeptanz von Lesben und Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Intersexuellen (LSBTTI) und gegen Homo- und Transphobie“ vorgestellt – und die Koalitionspartner CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, die seit April gemeinsam regieren, wollen ihn zusammen mit den Community-Verbänden konsequent umsetzen und ihn zusätzlich zum „Landesprogramm geschlechtergerechtes Sachsen-Anhalt“ finanziell absichern. Zu den konkreten Maßnahmen im Bereich „Bildung und Aufklärung“ gehören die Veröffentlichung des Aktionsprogramms sowie der Broschüre „Geschlechter- und Familienvielfalt. Eine Kinderbücherliste“, aber auch eine Strukturanalyse zur Beratung zu geschlechtlich-sexueller Vielfalt in den Ehe-, Familien-, Lebens- und Erziehungsberatungsstellen des Landes.

AfD kritisiert Radikalität der anderen

Die AfD möchte bei diesen Plänen, „die angeblich darauf abzielen, die Lebenssituation von Personen mit nicht-heterosexuellem Verhalten zu verbessern“ nicht mitziehen. „Dieses an sich wünschenswerte Ziel steht jedoch in keinem rationalen Verhältnis zu dem betriebenen Aufwand und der Radikalität der Maßnahmen“, so Daniel Roi, der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD in Sachsen-Anhalt, der vergangene Woche im Landtag den Antrag stellte, Familien mit Kindern zu fördern – statt sexueller Minderheiten (Warum Rois gesamte Argumentation hetzerisch ist – MÄNNER-Archiv).

Wir fordern daher die Regierung auf, dieses Programm sofort einzustellen

„Wir fordern daher die Regierung auf, dieses Programm sofort einzustellen und die dadurch gebundenen Mittel künftig auf Programme zur Förderung von Familien mit Kindern zu konzentrieren.” Weil die AfD in Sachsen-Anhalt zudem Homosexualität mit Pädophilie in Zusammenhang bringt, hat die Drag Queen den Landesvorsitzenden André Poggenburg wegen Volksverhetzung angezeigt (MÄNNER-Archiv).

„Perverser Zeitgeist”

Thüringens AfD-Chef Björn Höcke ging bei einer Veranstaltung in Heuthen / Eichsfeld Ende der vergangenen Woche zum Thema Bildungspolitik in Sachsen-Anhalt und Thüringen noch weiter und bezeichnete die Pläne als Werk von Linksextremisten, die einen „unsäglichen perversen Zeitgeist“ an den Schulen verbreiten wollen. (Bei den Landtagswahlen im März wurde die AfD in Sachsen-Anhalt mit 24,2 % zweitstärkste Kraft – MÄNNER-Archiv)

Um den Aktionsplan zu verteidigen, rufen der CSD Magdeburg, der LSVD Sachsen-Anhalt und die Gruppe No AfD am kommenden Freitag zur Demonstation auf dem Domplatz Magdeburg auf. Ihre Forderung: Das Landesaktionsprogramms gegen Homo- und Transphobie zügig umsetzen. Beginn ist am 30. September um 13.30 Uhr.

Der Aufruf zur Demo bei Facebook

Titelbild: Shutterstock


4 Kommentare

  1. Kai Tonath

    Könnt ihr mal aufhören nur blind gegen die AfD zu hetzten? Gegner solcher Bildungspläne sind im übrigen eher im „christlichen evangelikalen” Bereich zu finden! – Und im übrigen – man darf schon daran erinnern, dass BÜNDINS90/DIE GRÜNEN es bis heute nicht geschafft haben, sich richtig von ihrer Forderung der Aufgebung der Strafbarkeit von Sex mit Minderjährigen zu distanzieren – Die Leute, die das gefordert haben, sitzen noch brav in Amt und Mandat!

  2. Alex Addams

    Interessant, die wiedergabe von aussagen zu einem Thema ist also blinde Hetze? Wieder was gelernt.
    Und dein whataboutism zum thema Grüne erschließt sich mir auch nur so halb


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