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„Respekt ist keine Einbahnstraße”

Volker Beck schaltet sich in Streit um schwulen Film in Bad Säckingen ein

Das Jugendhaus Bad Säckingen wollte bei der interkulturellen Woche einen schwulen Film über eine palästinensisch-israelische Liebe zeigen. Doch bei den Vorbereitungen zu der Veranstaltung im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg gab es im multikulturellen Beirat Streit. Letztlich wurde „Out in the Dark” (Israel, 2012) abgelehnt und u.a. auf Grund von Kritik der Vertreter des türkisch-islamischen Vereins aus dem Programm genommen.
Out in the Dark

Szene aus „Out in the Dark”

 

Nun hat sich der schwule Bundestagsabgeordnete Volker Beck (Grüne) eingeschaltet. In einem Brief an die Veranstalter schreibt er, er habe „mit Irritation” gelesen, dass der Film „Out in the Dark“ gestrichen wurde. (Beck wurde Ende April nach einem Drogenfund von seiner Partei rehabilitiert – MÄNNER-Archiv)
„Ihr Veranstaltungsmotto lautet in diesem Jahr ‘Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt.’ Mir ist deshalb unverständlich, wie Sie den vielprämierten Film ‘Out in the Dark’, der die Geschichte eines schwulen israelisch-palästinensischen Paares erzählt, aus dem Programm streichen wollen, insbesondere, nachdem der Film bereits in dem gedruckten Programm erschienen ist.”
 Volker Beck
Der religionspolitische und migrationspolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion Beck weiter: Auf der Webseite betone man, man sei „orientiert an der Vielfalt in dieser Gesellschaft.“ Zur Vielfalt unserer Gesellschaft gehöre auch ganz selbstverständlich Homosexualität. Ebenso heißt es dort, dass man sich ‘Bewegungen und Aktionen, die die Menschenwürde mit Füßen treten und unsere Gesellschaft bedrohen’ entgegen stellen müsse. Das ist richtig, aber warum stellen Sie sich dann nicht Vorbehalten gegen Homosexuelle entgegen?”
Religiöse Gemeinschaften müssen auch die Rechte von Homosexuellen respektieren

„Selbstverständlich ist es wichtig, Rücksicht auf religiöse Überzeugungen zu nehmen und sie zu respektieren, auch und gerade dann, wenn man sie nicht teilt. Das gilt aber auch andersherum: Religiöse Gemeinschaften müssen auch die Rechte von Homosexuellen respektieren. Denn Respekt ist keine Einbahnstraße. Respekt für Vielfalt ist nur glaubwürdig, wenn er auf Gegenseitigkeit beruht.”

Titelbild: „Out in the Dark”


9 Kommentare

  1. Mathias Braasch

    Es ist eben genau diese Haltung mancher Muslime und Zuwanderer, die ich hier nicht tolerieren möchte. Die schwer errungene Freiheit werde ich nicht wieder hergeben. Und wenn immer mehr Kommunen und Einrichtungen in voraus- oder hinterhereilendem Gehorsam zu Erfüllungsgehilfen von Fundamentalisten oder Holzköpfen werden, dann ist das eine schlimme Entwicklung. AfD und Pegida werden sich für so eine Verhalten bedanken! Wasser auf ihre Mühlräder… 🙁

  2. Kai Tonath

    Also erstens ist Bad Säckingen (17000 Einwohner) nicht der Nabel der Welt!
    Und zweitens, wenn sich jemand einmischt, der wegen Erwerb (oder Handel) von verbotenen Betäubungsmitteln, nur einem Strafverfahren entkommen ist, weil die Menge zu gering war, ist es extrem irrelevant, dass dieser sich „einmischt”
    Und ganz nebenbei – das Thema „Interkulturell” für LGBTTIQIA+-Themen zu missbrauchen ist dann wieder Typisch „Bündnis90/Die Grünen” damit man sich nicht wirklich mit den Themen des interkulturellen Lebens in Deutschland auseinander setzen muss!

  3. Mathias Braasch

    Das sehe ich anders. Zu unserer Kultur gehört heutzutage nun einmal auch das Recht, homosexuell zu leben und das ohne Diskriminierungen. Daher ist ein solcher Film ein ganz normaler Film über Liebe und Probleme. Zudem ist dieser Film auch noch interessant, weil er Liebe unter ganz besonderen Vorzeichen betrachtet. Sie ist hier ganz ohne Zweifel „interkulturell”. Interkulturell – heißt das für Sie nur gemeinsam Döner, Pita und Paella futtern? Darf man dort dann nur das anbieten, was den Einwanderern gefällt oder muss nicht auch das dabei sein, woran sie sich gewöhnen müssen? Sie ziehen gegen die Grünen zu Felde… Dabei ist das die Partei, die sich wirklich mit dem Thema auseinandersetzt, wenn auch nicht immer zu meiner Zufriedenheit.


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