Ministranten mit Weihrauchschiffchen

UMFRAGE: Darf man andere outen?

Mexikanische LGBTI-Aktivisten haben vier Geistliche geoutet

Am Wochenende versammelten sich im Stadtzentrum von Mexico City 80.000 Menschen, um gegen die Pläne von Präsident Enrique Peña Nieto zu protestieren: Er will durch eine Reform der Verfassung die Ehe bald im ganzen Land öffnen (MÄNNER-Archiv). Die Proteste gehören zu einer längeren Serie von landesweiten Demonstrationen gegen die Gesetzesänderung und gingen um die Welt, als ein 12-Jähriger sich einem der Märsche Anfang des Monats mutig entgegengestellt hatte (MÄNNER-Archiv). Manuel Rodriguez, der die Szene fotografiert hatte, bekommt mittlerweile Morddrohungen.

Papst auf Seiten der Gegner einer Eheöffnung

Die Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern wird erbittert auf allen Ebenen geführt: Unterstützung für die Protestbewegung, die sowohl organisatorisch auch ideologisch von der in Mexiko sehr starken katholischen Kirche getragen wird, kommt jetzt offiziell auch aus dem Vatikan. In seinem Sonntagsgebet betonte Papst Franziskus, dass er die mexikanischen Geistlichen und Bürger, die sich der Eheöffnung in den Weg stellen wollen, unterstütze.

Recht verwirkt, weiter ein Leben im Schrank zu führen

Zuvor hatten LGBTI-Aktivisten die Namen von vier Priestern veröffentlicht, die in schwulen Beziehungen leben sollen, und sie damit vor der ganzen Nation geoutet.

Outing

Aktivist Christian Galarza: „Ich wünsche mir eine Welt, in der alle Familien einen Platz haben” (Foto: Facebook)

„Jeder verdient es, ungeoutet zu sein und ein Leben im Schrank zu führen”, erklärte Cristian Galarza von der LGBTI-Organisiation National Pride Front. „Aber wer Homosexualität und die Eheöffnung verteufelt und versucht, einen sakulären Staat zu beeinflussen, der hat das Recht verwirkt, weiter ein Leben im Schrank zu führen.” Die Katholische Kirche habe laut Galarza einen unangemessenen Einfluss auf die Politik des Landes und arbeite an einem Rollback gegen die LGBTI-Community.

Das ist etwas, wofür die LGBTI-Bewegung nicht steht

Das Outing der Priester spaltet allerdings die Aktivistenszene. „Sie können es drehen, wie sie wollen, aber unterm Strich benutzen sie die sexuelle Orientierung der Männer gegen sie – und genau das ist etwas, wofür die LGBTI-Bewegung nicht steht”, kritisiert Enrique Torre Molina, der Kampagnenmanager der LGBTI-Gruppe All Out. „Wenn es jemanden gibt, der weiß, wie hart es ist, wenn jemand deine sexuelle Orientierung gegen dich verwendet, dann sind es Schwule und Lesben.“

Wie seht Ihr das?

Die Umfrage ist bereits beendet!Hier die Ergebnisse:

Darf man Homogegner outen?

Titelbild: Fotolia


29 Kommentare

  1. Marvin Ross

    Meine persönliche Meinung zu dem Thema ist folgende, jeder hat ein Recht auf Privatsphäre, aber wer sich hinstellt und öffentlich einen „Lebenswandel/Lebensstil” verteufelt, den er selbst wählt und auch begeht, dann ist ein Outing vollkommen in Ordnung. Ich halte nichts von Denunziation, bin selbst wegen meiner Homosexualität gemobbt worden, aber ich habe für Heuchler kein Mitleid. Die ganzen homophoben Ärsche die selbst „anders” sind müssen geoutet werden, am besten öffentlich, damit sie merken wie es ist unter ihresgleichen zu leiden.

  2. Tobi Bauer

    Ich persönlich würde niemals jemanden outen. Das sollte man selbst tun, selbst wenn derjenige Meinungen vertritt die ich absolut unhaltbar finde. Man muss es den Leuten ja nicht mit gleicher Münze heimzahlen. Ich kann doch nicht von anderen erwarten ethisch korrekt zu handeln, wenn ich mich da einfach herausdividiere.

  3. Georgios Konstadinidis

    Outing ist grundsätzlich eine persönliche Sache und Zwangsoutings gehören sich einfach nicht. Was anderes ist es, wenn derjenige, der ungeoutet ist, öffentlich gegen Schwule und die Gleichberechtigung hetzt. In so einem Fall ist ein Zwangsouting dieser Person vollkommen in Ordnung und sogar richtig. Aber auch NUR in einem solchen Fall!

  4. Andreas Dickerhof

    für mich gibt es da kein „wenn” und „aber”. Meiner Meinung nach „darf” man Niemand anderes outen. Ganz egal, wie sich diese Person verhällt. Und schon gar nicht das Zwangsouting als „Strafe” oder „Rache” missbrauchen. Damit würde man selbst ja verdeutlichen, dass ein Outing etwas schlechtes wäre.

  5. Ingo Weber

    Quting ist grundsätzlich etwas persönliches eine persönliche Angelegenheiten von jemand selbst. Was in diesen Fällen alles passieren kann weiß man doch zu genüge heute. Von Selbstmord bis hin zu Pysüischen Störungen hin.

  6. Mike Effey

    Aber genau dahin drängen diese „Kirchenmänner” durch ihre Verlogenheit doch die anderen Schwulen. Diese Kleriker, die öffentlich Homosexualität verdammen und selber rum.., die treiben Jugendliche doch erst in den Suizid. Nein, Gestalten ohne Anstand und Charakter darf man nicht nur, man muss diese Hetzer sogar outen.

  7. Ingo Weber

    Die Kirsche hat ihr Meinung und die sollte man auch so annehmen wie sie ist. Solange sie die Seele den Körper verletzt. Das ist Meinungsfreiheit. Moral muss jeder für sich selbst werten und auslegen. Hier wahr nur die Frage ob Zwangs Quting gut ist oder nicht und da muss man sagen klar nein. Und zwar mit den Verstand und nicht mit den Herzen.

  8. Friedrich Wichmann

    Ich denke, ja ( habe ich auch angekreuzt) Es kann einfach in der heutigen Zeit sein, dass katholische Priester sich das Recht anmaßen, negativ über Homosexualität zu urteilen. Zumal dann nicht, wenn sie selbst schwul sind. Denn der heutige Schwule ist einfach offen und weltmännisch, aber auch eine Zielgruppe der Werbung geworden.

  9. Marvin Ross

    Ich verstehe die Stimmen die sagen, dass es nicht richtig ist. Ich habe in einem der Kommentare etwas über psychische Auswirkungen bis hin zum Suizid gelesen und dazu möchte ich etwas schreiben:
    Suizid ist immer schrecklich, keine Frage, aber auf der anderen Seite wurden und werden viele heute noch umgebracht oder in den Suizid getrieben, weil sie homosexuell sind. Und dies seit Jahrhunderten bzw. fast 2000 Jahren

  10. Georgios Konstadinidis

    Wenn ein ungeouteter Schwuler sich öffentlich gegen Schwule ausspricht und selbst mit Männern poppt…sorry das geht dann nicht und in einem solchen Fall ist ein Outing vollkommen gerechtfertigt! Da gibts jawohl keine ernsthafte Diskussion drüber, oder?

  11. Reinhard Mosheim

    Mag sein, das jemand, der geoutet wird Suizid begeht. Wieviele begehen Suizid weil sie es nicht ertragen können in einer intoleranten Gesellschaft zu leben, zu deren Fortbestand diese homophoben Menschen ihren Beitrag leisten?

  12. Ingo Weber

    Dann wollen sie sich ernsthaft mit den auf eine Stufe stellen. Nur weil sie viele LGBT schaden heißt das nicht das nan selber das Recht diesen Menschen Schaden zu dürfen.

  13. Georgios Konstadinidis

    Wenn er aber anderen Schwulen schadet? Wenn er uns ins Gesicht spuckt und allen, die auch für unsere Freiheit gekämpft haben? Wie sollen wir uns denn wehren? Es ist ja keine Verleumdung, da derjenige ja wirklich selbst schwul ist…. grundsätzlich bin ich gegen Zwangsoutings…dann erwarte ich von ungeouteten Schrankschwestern aber im Gegenzug auch NICHT gegen Schwule und ihre Rechte zu hetzen!!!!!

  14. Fabian E. Oppermann

    Kommt doch auf die Umstände an.

    Wenn homo negativ betrachtet wird, werden das nur Homohasser tun.

    Wenn mans als Ehre, oder anders gesagt, als Freundschaftstat, tut, hat es einen völlig anderen Stellenwert.

    Kulturen, in denen Homosexualität schon immer (oder neuerdings wieder) als naturgegeben, als Bereicherung für alle Gemeinschaften, angesehen wurde und wird, können ein Outing nur als positive Sache ansehen und als einen Grund für eine große Feier, geradezu wie es eben auch andere Initiationen gibt.


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close