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Polnische Bischöfe lehnen Annäherung ab

Bischofskonferenz greift die LGBTI-Kampagne „Lasst uns ein Zeichen des Friedens austauschen“

Es ist der Versuch einiger polnischer Katholiken, der LGBTI-Gemeinde die Hand zu reichen. Die Kampagne „Lasst uns ein Zeichen des Friedens austauschen“ wurde Anfang des Monats landesweit gestartet mit großen Plakaten, auf denen zwei Hände einander halten – eine mit einem Regenbogenarmband, die andere mit einem Rosenkranz. Zu den Organisatoren gehören Polens „Kamagne gegen Homophobie“ und die christliche Gruppe „Glaube und Regenbogen“. Deren Plan ist es u.a. öffentliche Treffen zwischen LGBTI-Aktivisten und prominenten Katholiken zu arrangieren und die mehrheitlich katholische Bevölkerung Polens daran zu erinnern, was die Kirche predigt – dass nämlich zu christlichen Werten die Notwendigkeit von Respekt Offenheit und Dialogbereitschaft mit allen Menschen gehören, auch mit Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Trans* und Inter*. Es gab sogar einige katholische Magazine und Zeitungen, die ihre Unterstützung ankündigten, wie Wiez aus Warschau und Tygodnik Powszechny aus Krakau.

Die Bischofskonferenz Polens möchte sich nicht an christliche Werte erinnern lassen

Im Juni erst hatte Papst Franziskus angeregt, die Kirche möge sich bei Homosexuellen, Armen und anderen vernachlässigten Menschen entschuldigen „Die Christen sollten dafür um Vergebung bitten, dass sie viele falsche Entscheidungen begleitet haben” – MÄNNER-Archiv). 

Die Bischofskonferenz Polens lässt das alles kalt. Sie möchte sich nicht an christliche Werte erinnern lassen. Oder jedenfalls möchte sie die Deutungshoheit darüber behalten, was richtig ist und was nicht.

Polen

Stanislaw Dziwisz (Foto: Wikipedia/Polen)

So beschuldigte Krakaus Erzbischof Kardinal Stanislaw Dziwisz die katholischen Unterstützer der Kampagne, den Papst nur selektiv zu zitieren und die Lehren der Kirche zu verfälschen, indem man nicht nur für Respekt für gleichgeschlechtliche Menschen werbe, sondern ihre Handlungen und Partnerschaften auch noch als moralisch gut bezeichne. (Dieses schwule Paar aus Polen wird in den Sozialen Netzwerken bedroht, weil es in einem YouTube-Video ihre Liebe feiert – MÄNNER-Archiv).

Polen

Einander die Hand reichen? Polens Bischofskonferenz hält davon nichts (Foto: Screenshot)

Auch der Kardinal aus Warschau, Kazimierz Nycz, kritisiert die Kampagne. Es sei ja in Ordnung, für Respekt und einen guten Willen gegenüber Homosexuellen zu werben. Aber es gehe nicht an, dass einige Katholiken die offizielle Kirchenlehre dafür kritisieren, wie man Homosexualität einordnet oder gar anzudeuten, dass man sie neu einschätzen müsste.

Anderen die Hand zu reichen bedeutet nicht, dass man ihre Sünden akzeptiert

Nun hat die Bischofskonferenz die Zeitungen Wiez und Tygodnik Powszechny angegriffen und weist Kritik zurück, dass die polnische Kirche homophob sei. Tatsächlich sei die Kirche die einzige Institution – und zwar seit 2000 Jahren -, die unermüdlich die Würde aller Menschen betone, ohne Ausnahme. Aber anderen die Hand zu reichen bedeutete eben nicht, dass man ihre Sünden akzeptiert.

Zur LGBTI-Kampagnenseite!

Titelbild: Screenshot


5 Kommentare

  1. Thomas Kern

    Wenn ich So etwas lese bekomm ich Brechreiz. Aber das viele aus ihrer Reihen „dreck am stecken” haben und Kleine Jungs unsittlich anfingern – ja davon wollen sie nichts wissen. Erst mal vor der eigenen Türe kehren. Falsches Pack.


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