Refugees welcome – Hnde mit bunten Fingern halten ein Pappschild mit der Aufschrift „Flchtlinge willkommen“

Geballte Hilfe für queere Flüchtlinge

Niedersachsen hat jetzt offiziell eine landesweite Vernetzungsstelle

Bei queeren Flüchtlingen kommt zu den politischen Gründen für die Flucht und den belastenden Erfahrungen während der Flucht noch die Bedrohung, als schwuler Mann, lesbische Frau, bisexueller, trans*- oder intergeschlechtlicher Mensch diskriminiert zu werden. Damit sie nicht auf sich allein gestellt sind, hat das Land Niedersachsen am Montag eine landesweite Vernetzungsstelle offiziell eröffnet. Diese unterstützt Einzelpersonen, Selbsthilfeorganisationen und Ehrenamtliche im LGBTI-Bereich ebenso wie Unterkunftseinrichtungen und Verwaltungen. Außerdem soll sie ein Netzwerk aufbauen, in das landesweit alle Einrichtungen und Initiativen eingebunden werden, die sich mit den Belangen von queeren Geflüchteten beschäftigen, und Weiterbildungen und Qualifizierungen anbieten. (So hilft man in Frankfurt LGBTI-Flüchtlingen – MÄNNER-Archiv)

Auf Jungen und Männer als Opfer familiärer Gewalt ist man nicht eingestellt

Wie dringend die Arbeit mit queeren Geflüchteten ist, habe sich bereits vor der offiziellen Eröffnung gezeigt, teilte der Landeskoordinator Kadir Özdemir mit.  Anrufe und E-Mails, die die Vernetzungsstelle seit Juli erreichten, zeigten die ganze Bandbreite des Hilfsbedarfs. Omar* zum Beispiel, ein junger Yezide, lebt seit einem Jahr in Deutschland und hat einen Partner gefunden. Die Beziehung muss er jedoch vor seiner Familie geheim halten, weil er befürchtet, verstoßen oder gar umgebracht zu werden. Obwohl er gerade erst volljährig geworden ist, wird seine Zwangsheirat vorbereitet.

queere Flüchtlinge

Foto: Screenshot/SAT.1

Diese Situation stellt nach Angaben Özdemirs sozialpädagogische Kräfte vor besondere Herausforderungen, denn sie verweist auf eine Lücke im deutschen Interventionssystem.  Es gibt hier zwar Frauenhäuser, aber auf Jungen und Männer als Opfer familiärer Gewalt ist man nicht eingestellt – MÄNNER-Archiv).

„Die queeren Geflüchteten brauchen jetzt unsere Unterstützung – wenn heute rechtspopulistische Bewegungen gegen Flüchtlinge hetzen, muss sich die Gesellschaft sowohl gegen Homo- und Transphobie als auch gegen Rassismus klar positionieren. Unter dem Regenbogen ist Platz für alle.“

Landessozialministerin Cornelia Rundt (SPD) eröffnete die Vernetzungsstelle am Montag in Hannover. Das Land fördert das Kooperationsprojekt des Andersraums Hannover, des Vereins Niedersächsischer Bildungsinitiativen und des Queeren Netzwerkes Niedersachsen für die nächsten zwei Jahre mit 80.000 Euro.

www.queer-refugees-niedersachsen.de

Titelbild: Fotolia


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