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„Wir haben lange genug gewartet!“

Die Australische Labour Party bringt einen Gesetzentwurf zur Eheöffnung ins Parlament ein

„Wir können heute ein Zeichen der Hoffnung und des guten Mutes für Hunderttausende Australier setzen, deren Liebe die verdiente Gleichstellung unter dem Gesetz schon viel zu lange vorenthalten wird. Wir haben lange genug gewartet, das Vernünftige zu tun“, sagte Bill Shorten, der Chef  der oppositionellen Labor-Partei am Montag, als er den Gesetzentwurf zur Eheöffnung vorstellte, den Labor ins Parlament einbrachte, um die von der Regierung geplante Volksabstimmung (MÄNNER-Archiv) zu verhindern und schnell zu einer Lösung zu kommen, die LGBTI in Australien das Recht auf Eheschließung einräumt.

Warum sollten die Kinder von LGBT-Australiern weiter dabei zusehen müssen, wie die Beziehungen ihrer Eltern nicht anerkannt werden?

„Warum sollten die Kinder von LGBT-Australiern weiter dabei zusehen müssen, wie die Beziehungen ihrer Eltern nicht anerkannt werden?“ Australien würde, was LGBTI-Rechte anbelangt, vielen Nationen in der Welt hinterherhinken. „Wir verlieren das Gefühl für unsere Identität als Nation“, so Shorten. Außerdem fürchteten er und seine Parteikollegen sich vor der Welle der Homophobie, die Australien überspülen würde, wenn die Gegner der Eheöffnung vor der von der Regierung geplanten Volksabstimmung unweigerlich beginnen würden, gegen diese zu argumentieren. „Die Regierung läuft Gefahr als lauter Verstärker von Vorurteilen und einer Sprache des Hasses zu funktionieren.“

Laut Umfragen sind zwischen 72 und 75 Prozent aller Australier für die Eheöffnung

Und das könnte jetzt wirklich verhindert werden. Labor hat genau eine Woche gebraucht, von der Ankündigung des eigenen Gesetzentwurfs bis zum Einbringen des selben ins Parlament. Da der Vorsprung der Regierung mit zwei Stimmen hauchdünn ist, halten es Beobachter für sehr wahrscheinlich, dass sich bei der geplanten freien Abstimmung über das Gesetz auch Mitglieder der konservativen Regierungspartei für den Gesetzentwurf der Opposition entscheiden, und sei es nur um die Volksabstimmung zu verhindern, die teuer und unnötig ist. Denn laut Umfragen sind zwischen 72 und 75 Prozent aller Australier für die Eheöffnung. „Sollte die Volksabstimmung jetzt trotzdem noch stattfinden müssen, wäre das auch ein Eingeständnis des Parlaments, dass wir nicht in der Lage sind, unsere Arbeit zu machen. Die auch darin besteht, den Volkswillen durchzusetzen“, fasst Bill Shorten zusammen.

Foto: Bill Shorten (Imago/Xinhao)


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