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„Ich will nicht ohne Gummi ficken”

Tim Kruger im MÄNNER-Interview

Es ist eine Rückkehr. Tim Kruger war im April 2008 schon mal auf dem Cover der MÄNNER. Das war kurz bevor er für das Pornolabel Cazzo in „Desktops“ vor der Kamera stand – ein Film, der mit dem Klischee vom virilen Bürohengst mit Schlips und Kragen spielte und der in den Räumen des Bruno-Gmünder-Verlags gedreht wurde, in denen wir jetzt unser Interview führten.

Tim, wolltest Du beruflich schon immer selbstständig sein?
Nee. Ich hab mein Leben eigentlich überhaupt nicht vorausgeplant. Als Kind wollte ich immer Koch werden. Das hat mir meine Oma ausgeredet. Ihr Bruder war Koch und sie meinte: „Als Koch bist du nie zu Hause, außerdem herrscht in Küchen so ein rauer Umgangston, dafür bist du viel zu sensibel.“ Damit hatte sie vielleicht sogar recht.

Sensibilität kann in Deiner heutigen Position nicht schaden, oder?
Denke ich auch. Man muss auf die Models eingehen können und wenn man mal sauer wird, muss man sich zurückhalten. Es gibt ja auch Models, die überhaupt nicht mit Kritik umgehen können. Die fühlen sich dann persönlich angegriffen. In solchen Fällen muss man gucken, wie man die Kritik rüberbringt, ohne dass man die Szene versaut.

Wie gut kennst Du die Models vor einem Dreh?
Bei den passiven Partnern, mit denen ich drehe, möchte ich vorher möglichst gar keinen persönlichen Kontakt haben. Am besten finde ich, wenn der Tag, an dem wir uns das erste Mal persönlich treffen, auch der Tag ist, an dem gefilmt wird. Sonst ist es nicht mehr spannend. Außerdem fällt dann weniger ins Gewicht, wenn ich den anderen unsympathisch finde. Es passiert ja schon, dass man Leute nicht so gut leiden kann.

Tim Kruger als Instagramer of the Day (MÄNNER-Archiv)

Und wo findest Du Models?
Es ist relativ einfach, Leute zu finden, die von mir gefickt werden wollen. Einige kenne ich vom Ausgehen, treffe sie auf Partys oder so. Ansonsten schaue ich auf den Dating-Seiten oder Leute fragen mich auf Grindr, ob sie mal einen Film machen können. Wenn sie mir gefallen, lass ich mir Fotos schicken, das wird diskutiert und dann geht’s los. Ich bekomme auch viele E-Mails. Sehr viele. Aber von hundert E-Mails ist vielleicht eine von einem Typen, den ich attraktiv finde.

Gibt es eine Technik, um am Set eine entspannte Atmosphäre zu schaffen?
Ich bin einfach so, wie ich immer bin. Bei uns ist immer eine relativ heimische Atmosphäre. Man ist zu Hause oder hat eine Location, es wird ein bisschen gequatscht und dann gefilmt. Da sind ja auch nicht so viele Leute – der Kameramann, vielleicht ein Assistent, die Models, das war’s schon.

Tim Kruger

Tim Kruger beim Cover-Shooting für MÄNNER 10.2016 mit unserem Fotografen Patrick Mettraux (li.)

Dein Partner und Du habt das Unternehmen als Paar gegründet. Ist es schwierig, mit dem eigenen Freund zusammenzuarbeiten?
In unserer Situation nicht. Das Filmen ist relativ easy. Und wenn unternehmerische Entscheidungen getroffen werden müssen, hab ich schon viel Vertrauen zu ihm. Ich selbst bin sowieso nicht sehr entscheidungsfreudig. Klar, gibt es auch mal Diskussionen und Missverständnisse, aber es hält sich in Grenzen.

Ihr habt in Berlin gestartet, lebt aber mittlerweile in Barcelona. Warum?
Nach all den Jahren Berlin war es mal Zeit für einen Wechsel. Und die Winter in Berlin sind ja schon deprimierend. Da rief man am Mittwoch Freunde an, ob die was machen wollen, und die waren immer noch beim Chill-out. Das war irgendwann nervig. Aber ich komme immer wieder gerne zurück, auch um auszugehen. In Spanien ist alles superkommerziell. Da gibt es keine Nischenveranstaltungen, nur die Riesenpartys mit den gestählten Bodys der Go-go-Tänzer und der kommerziellen Musik. Letztendlich hat aber beides seinen Reiz.

Kommen wir mal zur Gründung von TimTales: Wie kam es dazu?
Ich hatte auf der Webseite dudesnude.com ein paar private Wichsfilme und Fickfilme hochgeladen. Das muss in etwa zur gleichen Zeit gewesen sein, als ich die ersten Pornos für die großen Studios in den USA gedreht habe. Jedenfalls hatten die Privatfilme so unglaublich viele Klicks, dass ich mir gedacht habe: Wenn jeder User auch nur einen Euro dafür zahlen würde, wäre das schon ein gutes Geschäft. Auch mein Partner meinte: „Lass uns das mal ausprobieren“. Das haben wir dann gemacht.

So einfach?
Na ja, von der Idee bis zur fertigen Webseite hat es bestimmt noch mal zwei Jahre gedauert. Wir mussten ausloten, wie das geht und ob es überhaupt möglich ist. Dann mussten wir jemanden finden, der die Seite programmiert; wir haben den Comiczeichner Stefan Zeh gefragt, ob er ein Logo zeichnen kann, und wir mussten Filme produzieren. Die ersten Filme haben wir noch mit Freunden und Bekannten gedreht, die das umsonst oder für ein Essen gemacht haben. Während wir die Seite aufgebaut haben, hatten wir immer wieder Zweifel, ob sich das alles lohnt. Es musste ja auch sehr viel Geld reingesteckt werden. Aber als wir online gegangen sind, waren wir von Anfang an sehr, sehr erfolgreich.

Teil 2 „Ich will nicht ohne Gummi ficken, nur weil das jetzt alle machen”


13 Kommentare

  1. Männer Magazin

    Das wissen wir. Wir haben ja gar nichts gegen Köche. Nur bei Tim M Kruger wäre es doch irgendwie schade gewesen, wenn er heute Kochlöffel schwingen würde statt … Du weiß schon. 😉

  2. Dennis Hadwiger

    Worüber sich die Welt Gedanken macht ist Unglaublich 😀 juckt doch mich nicht wen wie wo oder wann der Vögelt. Abgesehen davon ist der gar nicht mal so toll^^ wäre ich dem sein Freund dann hätte ich den schon längst verlassen^^


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