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Feldzug gegen LGBTI geht weiter

Gay Pride Marsch wird von Polizei aufgelöst

UPDATE (24.9.2016): Einige Aktivisten haben sich trotz der Einstufung des Gay-Pride-Marsches als „illegal“ zu einer Kundgebung getroffen. Diese wurde jedoch von der Polizei gewaltsam aufgelöst, wie unter anderem die Aktivistin Kasha Jacqueline Nabagesera und die Organisation Chapter Four über die Sozialen Medien verlauten ließen. Viele Aktivisten und Aktivistinnen wurden abgeführt und an einen „unbekannten Ort“ gebracht.

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Kasha erhielt im vergangenen Jahr den Alternativen Friedensnobelpreis. Sie wurde wie die übrigen Teilnehmer aufgefordert, nach Hause zu gehen. Als sie sich weigerte, wurde ihr Auto mit einer Wegfahrsperre blockiert.

Bei der Uganda Pride Week Anfang August hatte die Polizei über ein Dutzend Aktivisten und Besucher des Mr & Miss Pride Contest festgenommen – unter anderem Frank Mugisha, den Geschäftsführer der LGBTI-Organisation Sexual Minorities Uganda, SMUG. Nach Angaben der Aktivisten wurden einige der Festgenommenen zwar nach eineinhalb Stunden entlassen, doch die Polizei habe von allen Fotos gemacht und sie gezwungen, alle Aufnahmen zu löschen, die sie zuvor mit ihren Handys gemacht haben. Zwei Trans*Frauen wurden offenbar auch geschlagen und sexuell belästigt, sogar von Folter war die Rede.

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Kasha bei der Vorbereitung zum Gay Pride Marsch

LGBTI-Aktivitäten: kriminell und illegal

Nun soll es am kommenden Samstag, den 24. September in der Hauptstadt Kampala einen Gay Pride Marsch geben. Die Behörden sind alarmiert und nennen das Vorhaben „kriminell“. Ehtikminister Simon Lokodo teilte mit, die Aktivitäten der LGBTI-Bewegung in Uganda seien „illegal“. In seinem Statement weist er darauf hin, dass in der Gesellschaft und Kultur Ugandas „sexuelle Aktivitäten“ eine private und persönliche Angelegenheit zu sein hätten, die man nicht in der Öffentlichkeit auslebt. Das gelte auch für Homosexualität. Daher sei dieses „Werben“ für gleichgeschlechtliche Aktivitäten „unwillkommen“. Die Organistatoren des Pride Marsches werden aufgefordert, ihre Planungen sofort zu stoppen, sonst würden sie festgenommen und vor Gericht gestellt.

Minister ohne Detektor

Anfang des Monats hatte der Minister einen Rückschlag hinnehmen müssen. Lokodo wollte urprünglich einen „Homodetektor“ kaufen, eine Maschine, die in Südkorea (wo Homosexualität immerhin legal ist – MÄNNER-Archiv) hergestellt werde und Schwule und Pornodarsteller überführen könne. „Sehr bald importieren wir diese Maschine, und dann wird das Böse im Land kaputtgehen“, hatte Lokodo großspurig angekündigt. Man scheue auch die Kosten nicht. Schließlich musste er aber doch feststellen, dass die Ausgaben von 2,6 Milliarden Uganda Shillings (etwa 690,000 Euro) doch etwas hoch sind für die Wundermaschine (MÄNNER-Archiv).

Titelbild: Screenshot


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