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„Gott will, dass wir glücklich sind”

Der Tag im Zeitraffer (28.09.2016)

Seit Juli können schwule und lesbische Paare in Italien Eingetragene Lebenspartnerschaften eingehen. Lange genug hat es gedauert – auch weil die katholische Kirche dagegen Stimmung gemacht hat. Umso bemerkenswerter die Verpartnerung zwischen Federica und Isabel (beide 44). Die Frauen sind nämlich ehemalige Nonnen des Franziskaner-Ordens.

Sie hatten sich vor drei Jahren auf einer Pilgerreise kennengelernt und sich ineinander verliebt. Heute haben sie sich auf dem Standesamt von Pinerolo nahe Turin das Ja-Wort gegeben. Es sollte erst morgen passieren, aber weil die Presse von der Verpartnerung erfahren hatte, war die Feier um einen Tag vorgezogen worden, um Neugierige abzuhalten.

Wir wünschen uns von unserer Kirche, dass sie alle Menschen, die sich lieben, aufnimmt

Die frisch Verpartnerten finden sich selbst gar nicht besonders spektakulär, und sie rechnen auch nicht mit negativen Reaktionen: „Gott will, dass die Menschen glücklich sind”, erklärten sie gegenüber der italienischen Zeitung La Stampa.

„Wir wünschen uns von unserer Kirche, dass sie alle Menschen, die sich lieben, aufnimmt“, sagte Federica. Nur mit einem Menschen muss sie noch reden – ihrem Vater. „Ich muss meinem Vater nicht nur sagen, dass ich nicht mehr Nonne bin, sondern auch, dass ich glücklich bin, Isabel zu heiraten.“

LGBTI-Beratung vor dem Aus

Die Berner Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) findet, man könne sich das Geld für das Beratungsangebot der Homosexuellen Arbeitsgruppen Bern (HAB) sparen. Der Bedarf für eben jenes Angebot ließe sich nicht wirklich nachweisen. „Der Bedarfsnachweis der Vereinigung ist aus unserer Sicht sehr wacklig”, sagt Esther Christen, Leiterin der Abteilung Familie der GEF, gegenüber der Tageszeitung Der Bund. Bislang hatte die GEF die psychologische Beratungsstelle für schwule, bisexuelle, lesbische, trans- und intersexuelle Personen mit maximal 24.000 Franken pro Jahr unterstützt. 2017 gibt es nun gar nichts mehr.

Christoph Janser, Präsident der HAB, spricht von einem großem Bedarf, weil auch die Nachfrage groß sei: „Pro Jahr führen unsere ehrenamtlichen Berater und der Psychologe zusammen rund 300 Beratungen durch, Tendenz steigend”. (Mehr lesen – MÄNNER-Archiv)

Coming-out in der Skaterszene

Dass er schwul ist, hat er schon mit 3 oder 4 Jahren gewusst, erzählt sie Skater-Legende Brian Anderson in einer brandneuen VICE-Dokumentation. Er sei als Kind auf Popeyes Nebenbuhler Bluto abgefahren. Freunden hat er sich schon vor Jahren anvertraut, aber richtig öffentlich macht es der in San Francisco lebende Skater erst jetzt.

„Die Leute fragen mich: Warum machst Du das jetzt und nicht schon eher? Weil ich fast durchgedreht bin: Ich hatte wirklich Angst davor, und die Leute hätten es ganz anders aufgenommen, wenn ich es vor 15 Jahren schon gesagt hätte.” Mit seinem Coming-out will er jungen queeren Menschen Mut machen, zu Ihrer Sexualität zu stehen. (Mehr lesen – MÄNNER-Archiv)

Titelbild: „Die Nonne”/Camino-Filmverleih


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