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Viva Havanna!

Der irisch-kubanische Beinahe-Oscar-Kandidat „Viva“ kommt ins Kino

Manche Filme müssen nicht überraschen, um zu überzeugen. Einer davon ist der irisch-kubanische Beinahe-Oscar-Kandidat „Viva“!

In Havanna schlägt sich der junge Jesus (Héctor Medina, Foto) nach dem Tod seiner Mutter mit Haareschneiden bei alten Damen durch, außerdem kümmert er sich im Drag-Nachtclub von Mama (wunderbar: Luis Alberto García) um die Perücken, und wenn es gar nicht anders geht, muss er eben anschaffen. Dann erfüllt Mama dem Jungen den Traum, endlich selbst mal auf die Bühne zu dürfen, und auf einmal überschlagen sich die Ereignisse. Jesus’ Vater Angel (Jorge Perugorría), den er seit 15 Jahren nicht gesehen hat, kommt aus dem Knast und nistet sich bei seinem Sohn ein. Der trinkende Ex-Boxer verbietet Jesus, weiterhin als Sängerin aufzutreten. Doch nach und nach nähern sich die beiden ungleichen Männer an.

Viva
Es ist keine sonderlich originelle Geschichte, die der irische Regisseur Paddy Breathnach und sein schwuler Drehbuchautor Mark O’Halloran in „Viva“ erzählen. Im Gegenteil. Hier kommt so ziemlich alles genau so, wie man es erwartet. Aber das ist nicht so schlimm, denn der charmante Film trägt das Herz auf dem rechten Fleck – und dieses Herz pulsiert vor Emotionen. Die Drag-Nummern (und ihre Songs) glühen vor Leidenschaft und Breathnach nutzt die morbide Schönheit des Schauplatzes Havanna, ohne in Kuba-Klischees oder Sozialkitsch zu verfallen. Nicht zuletzt überzeugt „Viva“, der übrigens um ein Haar für den Oscar nominiert worden wäre, durch seine Darsteller. Medina ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern spielt den jungen Protagonisten mit berührender Zartheit. Als rauer Vater, der sich am Ende als doch gar  nicht so tumbes Arschloch entpuppt, überzeugt der wunderbar nuanciert spielende Perugorría, den man aus einem der schönsten Gay-Filme der 90er Jahre kennt: „Erdbeer und Schokolade“.

Kinostart: 15. September 2016

Titelbild: Salzgeber


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