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Was tun gegen Homophobie im Fußball?

Der Tag im Zeitraffer (29.09.2016)

Noch immer steht das viel diskutierte Coming-out eines aktiven Profis im Fußball aus. Oft werden Fans als das zentrale Problem gesehen. Doch es gibt sie auch, die anderen Fußballfans, die sich gegen Homophobie stark machen und sich für eine offenere Fußballkultur einsetzen.

(Dieser schwule Schiedsrichter aus Spanien erhält Morddrohungen – MÄNNER-Archiv)

Aus diesem Anlass laden Fußballfans gegen Homophobie (FfgH) gemeinsam mit Queer Football Fanclubs (QFF), Football Supporters Europe (FSE) und dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) Anfang Oktober erstmalig zur „Football Pride Week“, einer mehrtägigen internationalen Fußballkonferenz zum Thema Homophobie im Fußball, nach Berlin ein. Die Fußballfans gegen Homophobie feiern mit der Veranstaltung zudem ihr fünfjähriges Bestehen.

In den verschiedenen Workshops sollen Strategien und Handlungsoptionen gegen Homophobie für den Fußball erarbeitet werden. Neben einem breiten, internationalen Austausch auf Fan-Ebene, zu dem sich Fangruppen aus über 20 Nationen angemeldet haben, wünschen sich die Organisatoren einen Austausch mit Vereinen und Verbänden. Hierzu wurden alle Vereine von der 1. Bundesliga bis zur Regionalliga sowie alle Regional- und Landesverbände eingeladen.

Bei der Football Pride Week geht es unter anderem um die Fragen, wie sich Fans weiter gegen Homophobie im Fußball engagieren können und welche Unterstützungsmöglichkeiten Vereine und Verbände bei der Anti-Diskriminierungsarbeit von Fans in Deutschland haben. Beim internationalen Teil am 7. und 8. Oktober werden gemeinsam mit Fans aus mehreren Kontinenten und Vertretern der UEFA die kommenden Weltmeisterschaften in Russland 2018 und Katar 2022 diskutiert. Beides Länder, in denen Homosexualität zumindest tabuisiert wird.

Im Anschluss der Pride Week wird am 10.10.2016, im Rahmen des Länderspieles Deutschland gegen Nordirland, die Initiative Fußballfans gegen Homophobie mit dem Julius Hirsch Preis vom DFB mit dem 2. Platz ausgezeichnet. Unterstützt wird die Football Pride Week u.a. von ver.di, der Koordinationsstelle Fanprojekte bei der dsj (KOS) und vom PFiFF-Programm der Deutschen Fußball Liga.

Das All wird queer

Die unendlichen Weiten jenseits unseres blauen Planeten sind ab sofort eine LGBTI-freundliche Zone – zumindest, wenn es nach den Aktivisten von Planting Peace geht. Die Gruppe hat am 17. August einen Ballon mit einer Regenbogenflagge fast 35 Kilometer über die Erde hinaus steigen lassen. Damit hat sie das Symbol für LGBTI-Rechte so weit über die Erde hinaus getragen wie noch niemand vor ihnen.

“Es war uns eine Ehre, die erste Flagge ins Weltall zu schicken” erklärt Aaron Jackson, der Präsident der Organisation. „Es bot uns die wundervolle Möglichkeit, zu zeigen, dass Planting Peace nicht aufhören wird, zu kämpfen, solange es nicht gleiche Rechte für alle in jeder Ecke des Universums gibt. Das Weltall bildete einen atemberaubenden, inspirierenden und friedlichen Hintergrund für die hoffnungsvolle Botschaft, die wir an die LGBTI-Familie senden wollten.”

Berlin surft im Untergrund wieder queer

Seit Sommer bieten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) in vielen U-Bahnhöfen freies Internet über kostenlose Hotspots an, etwa am Nollendorfplatz im Homokiez Schöneberg. Doch bei einigen Webseiten passierte nichts, wenn man sie besuchen wollte. Bei den Kollegen einiger deutscher LGBTI-Newsseiten zum Beispiel. (MÄNNER-Archiv) MÄNNER dagegen konnte und kann man regulär anwählen. Aber: Auch Gaydar ist gesperrt, Tinder dagegen nicht.

Der BVG war das ziemlich unangenehm, wie man beim Gespräch mit der Pressesprecherin Petra Reetz merkte. Schließlich betonen die Verkehrsbetriebe immer ihre Nähe zur LGBTI-Community, fahren alljährlich beim CSD mit und zielen in ihrer aktuellen Werbekampagne „Is mir egal” auch eindeutig auf schwule Fahrgäste ab. Aber die Sperrungen hatte nicht die BVG eingerichtet, sondern der von ihr beauftragte Provider. Schuld war ein besonderes strenger Filter. Seit heute nun sind alle queeren Seiten wieder erreichbar.

Titelbild: Imago


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