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Weil sie uns lieben!

Die Berliner Verkehrsbetriebe schalten LGBTI-Seiten in ihren W-Lan-Netzen frei

Seit Sommer bieten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) in vielen U-Bahnhöfen freies Internet über kostenlose Hotspots an, darunter am Zoologischen Garten und am Nollendorfplatz im Homokiez Schöneberg. Doch bei einigen Webseiten passierte nichts, wenn man sie besuchen wollte. Bei den Kollegen einiger deutscher LGBTI-Newsseiten zum Beispiel. (MÄNNER-Archiv) MÄNNER dagegen konnte und kann man regulär anwählen. Aber: Auch Gaydar ist gesperrt, Tinder dagegen nicht.

Der BVG war das ziemlich unangenehm

Der BVG war das ziemlich unangenehm, wie man beim Gespräch mit der Pressesprecherin Petra Reetz merkte. Schließlich betonen die Verkehrsbetriebe immer ihre Nähe zur LGBTI-Community, fahren alljährlich beim CSD mit und zielen in ihrer aktuellen Werbekampagne „Is mir egal” (siehe Video) auch eindeutig auf schwule Fahrgäste ab. Aber die Sperrungen hatte nicht die BVG eingerichtet, sondern der von ihr beauftragte Provider und Reetz findet sie auch übertrieben.

Schließlich, sagte Reetz, sei ein U-Bahnhof kein öffentlicher Raum. Die BVG sei Hausherrin und habe entsprechende Pflichten zu erfüllen. Dazu gehöre es, dass Kinder sich auf ihren Bahnhöfen nicht alle Pornos dieser Welt angucken können. Den Filter, der vom Hotspot Provider benutzt wird, habe die Universität von Toulouse entwickelt und mit „außergewöhnlich strengen Kriterien“ ausgestattet, so Reetz. Newsseiten sollten natürlich erreichbar sein.

Nach Aussagen von Reetz sollen gesperrte Seiten wie PlanetRomeo oder die Seite der Berliner Siegessäule  bald wieder erreichbar sein. Spätestens seit dem Wochenende könne man die gängigen Seiten wieder ansurfen. An Betreiber von Seiten, die finden, dass sie zu Unrecht gesperrt sind, appelliert Reetz: „Sagt uns um Himmels Willen Bescheid!“ Man werde die Sperrung umgehend aufheben. Und m acht noch mehr, man gibt das auch öffentlich bekannt und setzt per Twitter ein schönes Zeichen gegen Homophobie. Die BVG wirbt mit „Weil wir dich lieben”. Jetzt fühlen wir das auch wieder. Und das ist gar nicht egal.

Titelbild: BVG

 


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