15925328392_6650f8088e_k

Alles sugar, oder was?

Sugardating existiert seit der Antike, geht aber erst seit diesem Jahrtausend viral

Was haben Hugh Hefner, Clint Eastwood und unser ehemaliger Außenminister Joschka Fischer gemeinsam? Sie alle sind Männer im reifen Alter. Und sie alle haben deutlich jüngere Partnerinnen an ihrer Seite. Dass alternde Stars sich als Sugardaddys mit schönen, jungen Frauen schmücken, wird niemanden schockieren. Aber wie sieht es eigentlich in der schwulen Welt aus?

Christopher ist 21, kommt aus dem sauerländischen Menden und ist auf der Suche nach Männern – „stilvoll und reif“ sollten sie sein, am besten zwischen 30 und 40 Jahren. Um einen Partner zu finden nutzt er seit einem Jahr die Plattform My Gay Suggardaddy – einer Partnerbörse, auf der Alt und Jung zusammentreffen. „Ich habe dort schon einige nette Kontakte kennenlernen dürfen und die verschiedensten Erfahrungen gesammelt“, erzählt Chris. Ein besonderes Augenmerk legt er auf Männern, die mit beiden Beinen im Leben stehen und finanziell sicher sind. Aber ist das eigentlich moralisch vertretbar?

Sugardates gibt es schon seit Jahrtausenden. Im antiken Rom schuf Kaiser Hadrian zu Ehren seines Sugarboys Antinoos einen ganzen Kult um diesen – inklusive über 100 noch heute erhaltenen Bildnissen des Jünglings. (Von den etwa 250 Münzporträts ganz zu schweigen.) Das Prinzip dieser Beziehungskonstellation ist einfach:

Der Sugardaddy bietet die finanzielle Sicherheit, der Sugarboy seine Jugend – beide profitieren also voneinander. Eine Win-Win-Situation mit möglichem Happy End.

Aber wo so große Alters- und Gesellschaftsunterschiede vorhanden sind, ist auch übler Nachruf nie weit weg: „Prostitution“ nennen einige das Sugardating. Was aber falsch ist, –das gleich vorweg –, denn Prostitution ist „das Anbieten oder Vollziehen des Geschlechtsverkehrs als Gewerbe gegen Bezahlung“. Eine letztere ist dem Sugarboy aber gar nicht sicher. Ebenso wenig wie der Sugardaddy mit Sex rechnen kann. „Man geht ja eher mit Gefühlen in die Treffen, manchmal freundschaftlichen, und manchmal verliebt sich sogar“, weiß Christopher.

Facepalm für alle Hater! Wir sollten offener für alternative Beziehungsformen sein und jeden so leben lassen, wie er möchte. Du willst mehr über Sugardating wissen? Dann schau in unserem Archiv vorbei.

Titelfoto: flickr/Paul Wilkinson

 


0 Kommentare



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close