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BBC: Mehr Minderheiten im Fernsehen

Die BBC gibt sich neue Richtlinien und verlangt eine größere LGBTI-Repräsentation

Im britischen Fernsehen gibt es zu wenig Schwule, Lesben und Transgender. Außerdem fehlt es an Menschen mit Behinderung und ethnischen Minderheiten. Das findet die BBC, der öffentlich-rechtliche Kanal des Vereinigten Königreichs.

Deshalb gibt sich die BBC neue Richtlinien, welche die Produktionsfirmen in Zukunft beachten müssen. So soll sichergestellt werden, dass auch Randgruppen im Fernsehen repräsentiert sind. „Wir erwarten jetzt von jeder Kommission, alles zu tun, um diese Richtlinie zu erfüllen“, heißt es darin. Ansonsten könnte es kein grünes Licht für neue Shows und Sendungen geben.

Acht Prozent der BBC-Mitarbeiter sollen queer sein

„Die Zukunft der BBC hängt davon ab, ob wir relevant für alle unsere Gebührenzahler bleiben und ein modernes Großbritannien authentisch darstellen“, sagte die BBC-Programmchefin Charlotte Moore dem Guardian.

„Das Publikum wird dranbleiben, wenn es das Gefühl hat, dass sein Leben und seine Erwartungen reflektiert werden. Sowohl heute als auch in Zukunft“, ergänzte sie. Bereits im April die BBC einen Plan vorgestellt, um mehr Vielfalt in den Sender zu bringen.

So sollen sich bis 2020 acht Prozent der Mitarbeiter als LGBTI identifizieren, genauso viele sollen eine Behinderung haben. Die Hälfte der Rollen im Fernsehen sollen Frauen übernehmen. Bereits im September 2015 hat die BBC mit „Boy Meets Girl“ eine Serie über eine Trans*-Liebesgeschichte gezeigt (MÄNNER-Archiv). 

Deutschland: Vier Räte mit LGBTI-Beteiligung

In Deutschland hat zumindest der ZDF-Fernsehrat Fortschritte gemacht: Im Mai hat der Thüringer Landtag beschlossen, dass der LSVD Thüringen einen Sitz im Rundfunkrat erhalten soll (MÄNNER-Archiv). Das ist das erste Mal, dass eine LGBTI-Organisation im ZDF-Fernsehrat vertreten ist.  „Die heutige Vielfalt unserer Gesellschaft muss sich endlich auch in den Rundfunk- und Fernsehräten abbilden“, hieß es damals vom LSVD.

In drei weiteren öffentlich-rechtlichen Sendern haben Schwule und Lesben eine Stimme: In den Rundfunkräten von Radio Bremen und vom Saarländischen Rundfunk ist der jeweilige LSVD-Landesverband vertreten. Beim WDR teilt sich das Schwule Netzwerk NRW und die LAG Lesben einen Sitz.

Kein LSVD beim Hessischen Rundfunk

In Hessen haben Nicht-Heterosexuelle jedoch keine Stimme: Erst kürzlich wurde der Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks neu geregelt. Die SPD und die Linke hatten gefordert, in Zukunft auch dem LSVD sowie dem Landesbehindertenverband je einen Sitz in dem Aufsichts- und Kontrollgremium zu verschaffen.

Das hat die schwarz-grüne Landesregierung jedoch verhindert. Sie hat den Rat nur um zwei Sitze auf 32 Vertreter erweitert: Im nächsten Rundfunkrat sind auch „Vertreter der muslimischen Glaubensgemeinschaften“ sowie der Landesjugendring vertreten.

Titelbild: BBC, Ausschnitt aus der Serie „Cuffs“. in der Jacob Ifan (l.) den schwulen Polizisten Jake Vickers spielt


4 Kommentare

  1. Dirk Döring

    Und Großbritannien ist schon gut dabei, wenn es um LGBTQ-Charaktere im Fernsehen geht. Wenn ich mir dagegen Deutschland ansehe. Hier und da mal ne Quotentucke, auch gerne mal schwule Opfer, tote Schwule sind wohl sehr beliebt, oder auch gern genommen den AIDS Kranken Schwulen.


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