five fourteen

Die erste Vermittlung von LGBTI-Kindern

Agentur in Kanada kümmert sich um queere Kinder und Jugendliche

Lucas Medina kennt die Probleme der Pflegekinder selbst, denn er ist selbst in einer Pflegefamilie aufgewachsen. „Es ist verblüffend zu sehen, zu welchem Grad wir an den Jugendlichen scheitern“, sagt er. Weil sich am System nichts geändert hat, hat er beschlossen, es selbst in die Hand zu nehmen. (Ansonsten ist Kanada sehr LGBTI-freundlich. Premierminister Justin Trudeau hat dieses Jahr vor dem Parlament die Regenbogenflagge gehisst – MÄNNER-Archiv.)

Gemeinsam mit seinem Mann Chad Craig hat er deshalb „Five/Fourteen“ gegründet. Das ist die erste Agentur, die sich ausschließlich um LGBTI-Kinder und -Jugendliche kümmert und sie in ein neues Zuhause vermittelt.

30 Kinder und Jugendliche auf der Warteliste

„Ich musste einfach irgendetwas unternehmen, weil sonst niemand etwas getan hat“, sagt der Kanadier. Eigentlich wollte er die Agentur erst in Toronto eröffnen, was aufgrund der schwierigen Lizenzen nicht möglich war. Deshalb ging er nach Windsor im Süden der Provinz Ontario, das gegenüber des US-amerikanischen Detroit liegt. (Kanada rehabilitiert verurteilte Schwule – MÄNNER-Archiv.)

30 Kinder und Jugendliche stehen aktuell auf der Warteliste. Gleichzeitig haben sich 140 Familien bei „Five/Fourteen“ gemeldet, die gerne ein Pflegekind aufnehmen möchten. Bis zum Ende des Jahres wollen Lucas Medina und Chad Craig Heime in Toronto, London und Ottawa eröffnen.

Viel Unterstützung aus der Community

Studien zeigen, dass unter Pflegekindern verhältnismäßig viele LGBTI sind. Ein aktueller Bericht des Ministeriums für Kinder und Jugendliche zeigt, dass sich viele von ihnen in Ontario nicht sicher fühlen. Die Sorgen von queeren Menschen würden im System viel zu wenig beachtet, heißt es.

Die Provinzregierung hat bereits die finanzielle Unterstützung der LGBTI-Vermittlung zugesagt. Und laut Chad Craig ist die Resonanz überragend: „Viele Mitglieder der Community, die von uns gehört haben, sind auf uns zugegangen und haben gesagt, das sei genau, wonach sie gesucht haben“, sagt er.

Politik sieht die Probleme nicht

Als er in Windsor dieses Jahr beim Pride war, hat ihn ein 17-Jähriger Teenager in Pflege angesprochen: „Er ist zu uns gelaufen und gefragt, ob wir nicht die Typen aus der Zeitung seien. Dann hat er angefangen zu weinen und hat uns umarmt“, erzählt Chad Craig. „Er hat erzählt, dass er in einer Gruppenunterkunft lebt und gefragt, wie er zu uns kommen kann.“

Craig findet, dass die LGBTI-Community selbst sich um die Kinder sorgen muss. „Wir merken sehr stark, dass die Politik und die Öffentlichkeit damit weitermachen, die Probleme auszuradieren, wenn wir diese Rolle nicht übernehmen.“

Titelbild: Five/Fourteen/Twitter


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