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Rückendeckung vom FC Barcelona

Der schwule Schiedsrichter Jesus Tomillero will aufs Spielfeld zurückkehren

Der offen schwule spanische Schiedsrichter Jesus Tomillero wird angefeindet und manchmal auf der Straße mit Eiern beworfen. Aber das schlimmste sind die Morddrohungen, die er erhält. „Ich habe sehr große Angst“, sagte er. Um seinen Kampf gegen Homophobie zu unterstützen, hat ihn jetzt der Verein FC Barcelona zu einem Spiel eingeladen. Der katalonische Club, der zu den erfolgreichsten Vereinen Europas zählt, will im Kampf gegen homophobes Verhalten im Fußball die Führung übernehmen. Auch konkrete Pläne für den Kampf gegen Vorbehalte gegenüber LGBTI-Menschen will man bald öffentlich machen (Der Vorstand der Magnus-Hirschfeld-Stiftung Jörg Litwinschuh über Maßnahmen gegen Homophobie – MÄNNER-Archiv).

Sport ist Bildung, Gleichheit, Liebe und Glück

Nun war Tomillero im Stadion Camp Nou und traf dort u.a. den Präsidenten des Vereins, Josep Maria Bartomeu. „Ich wünsche mir viel mehr Clubs wie Barça, nicht nur für mich, sondern für alle Sportfans – in einer Welt, die so zynisch ist wie der Fußball, denn Sport ist Bildung, Gleichheit, Liebe und Glück“, schrieb er auf seinem Facebookprofil nach dem Treffen. Er sei davon überzeugt, dass man den Kampf gegen Homophobie eines Tages gewinnen könne. „Dies ist eine großartige Woche in Barcelona, mit wichtigen Treffen mit Parteien, Organisationen und Medien. Es gibt viele, die auch [unter Homophobie] leiden, und unser Ziel ist es, sie zu stoppen.”

Homophobie im Fußball

Foto: Jesus Tomillero (privat)

Tomillero kündigte an, er werde weiter für Gleichberechtigung im Sport kämpfen, alles tun, was in seinen Händen liegt, und seinen Einfluss geltend machen habe, und freut sich über alle, die ihn unterstützen. Der Schiedsrichter will auch wieder aufs Spielfeld zurückkehren und weiß, dass er die Rückendeckung des mächtigen FC Barcelona hat.

Schieb Dir das Tor in den Arsch!

Seit seinem Coming-out im Frühjahr 2015 wird er beleidigt und beschimpft. Im Mai dieses Jahres pfiff Jesús ein Spiel in der andalusischen Regionalliga. Als er in einer Situation auf Strafstoß entschied, brüllten die homophoben Zuschauer los: „Das ist der Schwuchtel-Schiedsrichter aus dem Fernsehen“ und „Schieb Dir das Tor in den Arsch!” Die anderen Fans im Stadion lachten – das sei das Schlimmste daran gewesen, sagt Jesús. Daraufhin gibt er seinen Schiedsrichterjob auf. „Ich kann nicht mehr“, teilte er mit (MÄNNER-Archiv).

Nach einem knappen halben Jahr Pause kehrte er zurück. Doch schon beim zweiten Einsatz nach seiner Rückkehr brach der homophobe Hass wieder voll los. Als er darüber twitterte, erhielt er prompt Morddrohungen. In einer Drohung hieß es  „Tritt zurück oder stirb!” – dazu postete man das Foto eines erschossenen Mannes.

Titelbild: Facebook/Jesus Tomillero


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