Schwuler Schiri erhält Unterstützung

FC Barcelona lädt Jesús Tomillero Benavente nach Katalonien ein

Vor seinem Haus in Cádiz steht seit einigen Wochen die Polizei. Jesús Tomillero Benavente geht nirgendwo hin, ohne dass jemand zu seinem Schutz bei ihm ist. Der einzige schwule Schiedsrichter Spaniens wird manchmal auf der Straße mit Eiern beworfen. Aber das schlimmste sind die Morddrohungen, die er neuerdings erhält. „Ich habe sehr große Angst“, sagte er (MÄNNER-Archiv).

FC Barcelona will im Kampf gegen homophobes Verhalten Führung übernehmen

FC Barcelona

Nun hat ihn der Verein FC Barcelona zu einem Spiel eingeladen. Der katalonische Club, der zu den erfolgreichsten Vereinen Europas zählt, will im Kampf gegen homophobes Verhalten im Fußball die Führung übernehmen. Gegenüber dem Portal ESPN FC bestätigt der Verein, dass man mit Jesús Tomillero in Kontakt steht , aber noch kein konkreter Besuchstermin ausgemacht wurde – dies soll aber eher früher als später passieren. Auch konkrete Pläne für den Kampf gegen Vorbehalte gegenüber LGBTI-Menschen will man bald öffentlich machen. Barça ist allerdings kein Amateur, was den Kampf gegen Homophobie betrifft, wie unser Video aus dem vergangenen Jahr zeigt.

Schieb dir das Tor in den Arsch!

Seit seinem Coming-out im Frühjahr 2015 wird der Schiedsrichter beleidigt und beschimpft. Im Mai dieses Jahres pfiff Jesús ein Spiel in der andalusischen Regionalliga. Als er in einer Situation auf Strafstoß entschied, brüllten die homophoben Zuschauer los: „Das ist der Schwuchtel-Schiedsrichter aus dem Fernsehen“ und „Schieb dir das Tor in den Arsch!” Die anderen Fans im Stadion lachten – das sei das Schlimmste daran gewesen, sagt Jesús. Daraufhin gibt er seinen Schiedsrichterjob auf. „Ich kann nicht mehr“, teilte er mit.

Nach einem knappen halben Jahr Pause kehrte er nun zurück. Doch schon beim zweiten Einsatz nach seiner Rückkehr brach der homophobe Hass wieder voll los. Als er am darüber twitterte, erhielt er prompt Morddrohungen – u.a. diese: „Schwuchtel, Du lebst nicht mehr lange!” In einer Drohung hieß es  „Tritt zurück oder stirb!” – dazu postete man das Foto eines erschossenen Mannes.

Titelbild: Facebook


2 Kommentare

  1. Gudrun Koball

    Super, dass er endlich mal gute Unterstützung bekommt – der Andalusische Fußballverband hat das ja doch eher kläglich versagt!
    Und wenn man schaut, was per Twitter täglich für Hassbotschaften übelster Art bei ihm ankommen, kann man kaum fassen, dass die Polizei einfach den Polizeischutz wieder abgezogen hat.
    Und das in einem Land, in dem rein vom Gesetz her, Gleichstellung herrscht.
    Man kann nur hoffen, dass der Support durch den FC Barcelona nun etwas Sicherheit bringt.


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