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Homophobe Angriffe in Madrid nehmen zu

In dieser Woche ist die Zahl der homophoben Übergriffe auf 186 gestiegen

Schon im Frühjahr meldete die LGBTI Organisation Arcópoli, dass die Zahl der homophoben Übergriffe deutlich ansteigt. In den ersten drei Monaten waren es 52, im Durchschnitt alle zwei Tage ein Angriff. Nicht jede Aggression – das ist auch in anderen Ländern so (MÄNNER-Archiv) – wird der Polizei gemeldet.

Arcópolis verlangt dringende Maßnahmen gegen die Hassverbrechen, aber die Behörden in der spanischen Hauptstadt sagen, sie schöpfen bereits alle Mittel aus, die ihnen zu Verfügung stehen. Madrid ist führend in Spanien, was die Zahl der Übergriff angeht, und dort passieren die meisten im Schwulenviertel Chueca und in den Nachbarvierteln. Und: Madrid ist der Schauplatz für den nächsten EuroPride und den WorldPride zwischen dem 23. Juni und 2. Juli 2017.

Der Pride 2016 in Madrid, nächstes Jahr wird es noch größer (Imago/ZUMA Press)

Der Pride 2016 in Madrid, nächstes Jahr wird es noch größer (Imago/ZUMA Press)

Die meisten Übergriffe am Wochenende oder an Feiertagen

„Schule Paare, meist Männer, halten Händchen oder küssen sich, wenn sie ausgehen, ohne sich klarzumachen, dass sie sich nicht mehr in sichersten Gegend aufhalten“, sagt Rubén López, der Arcópolis-Sprecher für Hassgewalt. Nach seinen Angaben finden die meisten Übergriffe am Wochenende oder an Feiertagen statt.

Hassgewalt: bald 200 Fälle

Inzwischen ist die Zahl der homophoben Übergriffe auf 186 gestiegen, allein im Jahr 2016. Den jüngsten Fall meldete Anfang der Woche Francisco Prato über Facebook, der mit seinem Freund von einer Gruppe von 10 bis 15 Männern beschimpft und tätlich angegriffen wurde. Ernsthaft verletzt wurde er nicht, schreibt er in seinem Post, aber die linke Seite seines Kopfes schmerze ebenso wie sein Ohr. Was ihn besonders geärgert hat, war die Reaktion der Polizisten. Die hätten ihm nur geraten, nach Hause zu gehen und sich auszuruhen. (Was tun, wenn man überfallen wird? – MÄNNER-Archiv)

Ich küsse, wen ich will und verliebe mich, in wen ich will

Das Gefühl der Machtlosigkeit habe ihn fast verzweifeln lassen, schreibt Francisco. Klein beigeben oder sich verstecken will er aber auf keinen Fall: „Das macht mir nur noch mehr Lust, mich zu zeigen: Ich gehe Händchen haltend, mit wem ich will und küsse, wen ich will und verliebe mich, in wen ich will.“

Titelbild: Shutterstock/Yevgenia Gorbulsky


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