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Facebook und die Hasskommentare

Der Fall Maurice Kahle stellt das Unternehmen vor große Herausforderungen

Anfang der vergangenen Woche postete Maurice Kahle aus Köln auf seinen Social-Media-Profilen ein Foto, wie er seinen Freund küsst, verbunden mit einer Liebeserklärung. Am Mittwochmorgen hatte das Bild allein auf Facebook bereits 20.000 Kommentare; mittlerweile sind rund 45.000 Reaktionen zusammengekommen: über 30.000 Likes, über 7.000 Herzen (MÄNNER-Archiv). Die meisten Reaktionen sind unterstützend, viele aber sind verletzend, homophob, hetzerisch und damit strafbar.

Der hittler sollte euch vergasen ihr mistgeburten von schwuchteln

Die Kommentare reichen von Beschimpfungen wie „Ihr Hurenseune“ oder „Homos Go Home“  oder  „Schämt euch ihr schwanz lutscher kleine kinder sehem sowas und sollen nicht solche hurensöhne wie ihr werden.“ Nicht wenige (junge) User berufen sich in ihrer Ablehnung auf Gott. Einer der krassesten Kommentare lautet „Der hittler sollte euch vergasen ihr mistgeburten von schwuchteln”.

Viele Facebook-User geben den unzähligen Hasskommentatoren Kontra – das Soziale Netzwerk nennt das „Counter Speech” („Gegenrede“).

Maximal 30 Hasskommentare pro Tag melden?

Die Aktivistengruppe ENOUGH is ENOUGH – OPEN YOUR MOUTH hat etliche Kommentar von Usern inclusive deren Klarnnamen und Fotos veröffentlicht und ihre Follower aufgefordert, Kommentare bei Facebook zu melden. Das haben deutschlandweit bisher mehrere Hundert User getan, sagt Marco Schenk von Enough is Enough gegenüber MÄNNER. Am Donnerstag haben die Aktivisten selber gut 60 Kommentare gemeldet, bis einer von ihnen die Meldung bekam, dass er nicht mehr als 30 melden könne.

Hasskommentare

v.l.n.r.: Alfonso Pantisano, Julian Laidig, Armin Barth, Dennis Roßkopf, Marco Schenk, Sebastian Groß

Das könne nicht sein, findet Marco. „Wir waren nominiert für den Smart Hero Award – und bei 30 Meldungen pro Tag soll Schluss sein?“ Mit dem Award werden jährlich „sozial engagierte Heldinnen und Helden im Internet“ ausgezeichnet (MÄNNER-Archiv).

Bereits am Mittwochvormittag haben die Aktivisten an Facebook einen Fragenkatalog übermittelt. So sollte das Unternehmen beispielsweise beantworten, wie lange im Schnitt die Bearbeitung einer Meldung bei Facebook dauert und wie viele Kommentare man am Tag melden kann.

Teil 2: Das sagt Facebook


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