Prediger

Hassprediger hält Vorträge in London

Der Tag im Zeitraffer (5.10.2016)

Der islamistische und ultra-homophobe Prediger Scheich Hamza Sodagar ist dieser Tage in London zu Gast. Eingeladen von einer von der iranischen Botschaft unterstützen Organisation wird er noch bis zum 12. Oktober gleich eine ganze Serie von Vorträgen halten. Sodagar, der in den USA aufgewachsen ist und heute im Iran lebt, hat es im Frühjahr zu fragwürdigem Ruhm gebracht: In einem YouTube-Video forderte er, Schwule, die er als „kuffar” (Sünder) bezeichnet, durch Enthauptungen zu bestrafen.

„Die erste und vielleicht einfachste Strafe: Trenne seinen Kopf ab.”

„Für einen homosexuellen Mann gibt es fünf Strafen”, erklärt der 34-jährige, der sich selbst zum „Rolemodel” für junge Muslime erklärt hat, in dem Video. „Die erste und vielleicht einfachste: Trenne seinen Kopf ab. Die zweite: Verbrenne ihn zu Tode. Die dritte: Wirf ihn von einer Klippe. Die vierte: Reiße eine Mauer ab, so dass er darunter begraben wird. Die fünfte: Eine Kombination aus allen vorherigen.” Das Video stammt vermutlich aus dem Jahr 2010, doch die genaue Herkunft ist bisher nicht belegt.

Aufschrei bleibt bislang aus

Die britischen LGBTI-Community scheint das Problem derweil noch nicht so recht auf dem Schirm zu haben – bisher hat es noch keinen großen Widerhall auf Sodagars Gastspiel gegeben. Und das, obwohl Großbritannien noch im September dem ebenfalls aus den USA stammenden evangelikalen Predikaer Steven Anderson aufgrund homophober Äußerungen eine Zwischenlandung am Londoner Flughafen verweigert hat (MÄNNER-Archiv). Handlungsspielraum gäbe es also.

Sodagar, der als „Experte für islamisches Recht”, also der Scharia gilt, hat übrigens auch schon in Deutschland gastiert. Im Rahmen einer Veranstaltung mit dem Titel „Islamische Tagung deutschsprachiger Muslime (IT)” war er im Mai zu Gast in Hamburg.

Kuss zensiert

Die wunderbar LGBTI-freundliche und mit diversen Emmy-Awards ausgezeichnete US-Serie „How to get away with murder” geht derzeit in die dritte Staffel. Die vergangene Woche ausgestrahlte zweite Folge wartete dabei mit einem schwulen Kuss zwischen den beiden Darstellern Conrad Ricamora und Jack Falahee auf – zumindest für die meisten Fans der Serie. Denn im philippinischen Fernsehen wurde die Szene zensiert, was zu einem Sturm der Entrüstung in den sozialen Medien führte.

Besonders laut beteiligten sich an den Protesten die Darsteller selbst. Schauspieler Ricomara zeigte sich auf Twitter empört. Er schrieb: „Im Ernst? OSN (der Sender, Anm. d. Red.) und Sony – kommt im Jahr 2016 an! Wir brauchen Repräsentation! #loveislove #equality” (MÄNNER-Archiv)

Schwuler Hoffungsträger

Die Polen haben es nicht leicht. Erst am Wochenende versammelten sich Hunderttausende Demonstranten in der Hauptstadt Warschau erfolgreich gegen einen Gesetzentwurf der ultrakonservativen Regierung protestiert, der Abtreibung generell verboten hätte, auch bei Vergewaltigung oder wenn das Leben der Mutter und des Kindes in Gefahr wären. Von der Öffnung der Ehe ist Polen ungefähr soweit entfernt wie vom Mond, nicht mal an ein Partnerschaftsgesetz gibt es. In Bezug auf die Menschenrechte von LGBTI gehört der östliche Nachbar Deutschlands zu den Schlusslichtern in Europa.

Aber es gibt einen Hoffnungsträger für viele liberale und linke Polen. Der heißt Robert Biedroń und ist der erste und einzige offen schwule Bürgermeister seines Heimatlandes. Sein Heimatort heißt Słupsk und ist die fünft höchstverschuldete Stadt Polens. Woran Biedron keine Schuld trägt, er ist erst seit etwas mehr als einem Jahr im Amt und hat es in dieser Zeit geschafft, den Schuldenberg um zehn Prozent schrumpfen zu lassen, angefangen bei einer Gehaltskürzung für ihn selbst. (MÄNNER-Archiv)

Foto: Webstream


24 Kommentare

  1. Philipp Gottfried

    kannst du nur noch mit dem Kopf schütteln. gerade Der sollte wissen, wie es ist diskriminiert zu werden. Und Wer Menschen wegen ihrer Liebe Köpfen will, kann nicht ganz knusper sein. von Hass zerfressener, komplexbeladener, ewig Rückständiger Idiot. Wenn er keine Schwule will, wieso köpft er sich nicht selbst. Die Bedürfnisse der Masse und so…..


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