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„Schade, wieder alles verspielt”

Mußmaßlich homophobes Transparent im Berliner Olympiastadion sorgt für Aufsehen

40 Meter lang war das Transparent, das – möglicherweise homophobe – Fans gestern beim Spiel Hertha BSC gegen den 1. FC Köln im Olympiastadion zeigten – ein Spiel, das dem Berliner Club aktuell Platz 3 in der 1. Bundesliga bescherte. Auf dem Spruchband stand: „WH 96: Lieber eine Mutter als zwei Väter“. (Dieser Kurzfilm befasst sich mit Homophobie im Fußball – MÄNNER-Archiv)

Fest steht, es spielt an auf eine Auseinandersetzung zwischen Berliner Ultras, den Harlekins, und Kölner Ultras, der „Wilden Horde 1996” (WH 96). Im Auswärtsspiel von Hertha BSC in der vergangenen Saison hatten nämlich Kölner Ultras ein Transparent mit der Aufschrift: „HB 98: 11 glückliche Väter und 1 glückliche Mutter“ an die Harlekins adressiert. Und damit die Harlekins lächerlich zu machen versucht, die auf ihrer Internetseite verkündet hatten: „Mittlerweile sind sechzehn Harlekins-Mitglieder Eltern, ein stolzer Anteil bei knapp über fünfzig Mitgliedern insgesamt.”

Herthaner frönen ihrem liebsten Hobby, der Homophobie

Für den „Spielbeobachter Mars”, der das Foto aus dem Stadion via Twitter verbreitete, war der Spruch klar homophob gemeint:

mars

Dass das Spruchband möglicherweise gar nicht homophob gemeint war, darauf weist die Zeitung B.Z. hin. „Die Berliner Ultras […]  sehen ihre Hertha als den traditionsreicheren Klub an, gegründet 1892 als BFC Hertha 92. Der 1.FC Köln entspringt einer Fusion der Klubs Kölner BC 01 und SpVgg Sülz 07 im Jahre 1948. Und hat daher, aus Ultra-Sicht, also zwei Gründungsväter.“

hertha

Screenshot/Twitter

Hertha BSC selber interpretiert das Spruchband allerdings auch als homophob motiviert: „Lasst doch den Blödsinn sein. Hertha BSC distanziert sich seit jeher von jeder Form der Diskriminierung”, twitterte der Verein am Abend. Das Fußballmagazin 11 Freunde jedoch, in Anspielung auf den guten Saisonstart der Hertha, befand, ebenfalls bei Twitter: „Schade, Hertha, wieder alles verspielt.” (Ein spanischer Schiedsrichter erhält nach seinem Coming-out Morddrohungen – MÄNNER-Archiv)

Hertha BSC gehört dem Bündnis gegen Homophobie an und hat auch einen schwul-lesbischen Fußballfanclub, die Schwulen Junxx (zur Homepage).

Titelbild: Twitter/mars@spielbeobachter


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