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Jusos: Homoheilung verbieten!

Obwohl die WHO Homosexualität längst nicht mehr als Krankheit betrachtet, bieten deutsche Ärzte Umpolungstherapien für Homosexuelle an

Obwohl die Weltgesundheitsorganisation, WHO, Homosexualität seit 1992 nicht mehr als Krankheit betrachtet, bieten deutsche Ärzte Umpolungstherapien für Homosexuelle an – die sogar, so steht es zu befürchten, von manchen Krankenkassen bezahlt werden. Der Panorama-Reporter Christian Deker besuchte für 2014 seine Reportage „Die Schwulenheiler” die Praxis eines Mediziners, der seine „Dämonen“ austreiben und sein Leiden lindern wollte. Das Ergebnis wurde in der ARD ausgestrahlt und sorgte für Aufsehen und Empörung, nicht nur bei Schwulen und Lesben. Christian Deker ist seitdem mit seinem Film auf diverse Festivals eingeladen worden und hat in Bilbao den Publikumspreis „Bester Kurzfilm” gewonnen.

Nicht wenige gaben diesen Ärzten Recht gaben

„Es gab extrem viele Reaktionen, Anrufe, E-Mails. Bestimmt 90 Prozent haben sich darüber empört, was diese Ärzte treiben und dass es offenbar noch von den Kassen bezahlt wird”, sagte Deker gegenüber MÄNNER. „Die Zuschauer fanden es unglaublich, dass es das noch gibt. Die Reaktionen waren aber nicht ausschließlich positiv. Es kamen nicht wenige Zuschriften, die diesen Ärzten Recht gaben.” (Zum Interview mit Deker – MÄNNER-Archiv)

Bundesärztekammer und Krankenkassen haben nach der Reportage noch mal erklärt: Homosexualität ist keine Krankheit und bedarf auch keiner Therapie. Deshalb dürfen solche Umpolungsversuche, die im Übrigen nicht nur unwirksam sind, sondern sogar schädlich sein können, auch nicht mit der Krankenkasse abgerechnet werden.

Derartiger homophober Hokuspokus hat im 21. Jahrhundert nichts mehr verloren

Nun fordern die niedersächsischen Jusos Therapien zu verbieten, die Minderjährige angeblich von Homosexualität „heilen“ könnten. Auf ihrer Landeskonferenz am vergangenen Wochenende in Hannover beschloss der SPD-Nachwuchs einstimmig einen Antrag, der das Verbot sogenannter „Konversionstherapien“ fordert. „Derartiger homophober Hokuspokus hat im 21. Jahrhundert nichts mehr verloren“, erklärt der stellvertretende Juso-Landesvorsitzende Arne Zillmer, der den Antrag einbrachte. „Wir wollen mit diesem Antrag darum Minderjährige vor derartigen Therapie-Angeboten schützen und hoffen, dass sich auch die SPD bei dem Thema klar positioniert“, so Zillmer. (Die ZDF-Serie Ku’damm 56 thematisierte Homoheilung – MÄNNER-Archiv)

Für Weltärztebund ist Homoheilung eine Menschenrechtsverletzung

Bisherige Anträge und Anfragen der Grünen Bundestagsfraktion hatte die Bundesregierung aus CDU und SPD abgetan, man fühle sich nicht zuständig. „Homosexualität ist keine Krankheit. Dagegen führen solche Therapien durchaus zu psychischen Erkrankungen und stellen eine Gefährdung für junge Menschen dar. Zurecht verurteilt beispielsweise der Weltärztebund ‘Homo-Heilung’ als Menschenrechtsverletzung, nun müssen auch die SPD, Krankenkassen und christliche Verbände reagieren“, fordert Zillmer.

Titelbild: Shutterstock


5 Kommentare

  1. Andreas Michael

    ich glaub es HAKT. Was soll dieser Unsinn. Wollen diese d. Ärzte unsere Gefühle umpolen? Jetzt drehen hier in Deutschland wirklich langsam ALLE am RAD. NA wie viele von EUCH sind den Schwul, Bi oder Lesbisch?

  2. Peter Mocikat

    Die monotheistischen Religionen wollen von ihren üblen Vorstellungen nicht abrücken, obwohl sie wissen müssten, dass sie bald abgewirtschaftet haben werden, wenn sie so weitermachen.

  3. Christian Fischer

    Warum sollte man denn geheilt werden? Was machen homosexuelle Menschen anders als Heterosexuelle? Beruflich kein Unterschied, fahrtechnisch nicht, Kindererziehung vielleicht sogar noch besser, etc etc….

  4. Timo Zirkler

    Ich fasse es nicht! So einen Schwachsinn wird tatsächlich noch im 21. Jahrhundert in Deutschland praktiziert. Diese Ärzten sollte man unverzüglich das Handwerk legen.


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