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Homophobe Jugendliche sollen zum CSD

Wiener Jugendzentren planen Konfrontation und Aufklärung gegen Vorurteile

Es sind besorgniserregende Zahlen, die eine Umfrage der Wiener Jugendzentren zeigt: 27 Prozent der Befragten muslimischen Jugendlichen gaben an, gewaltbereite Einstellungen zu haben. 47 Prozent sind antisemitisch – und 59 Prozent homophob.

Unter orthodoxen Jugendlichen lehnten immer noch die Hälfte der Jugendlichen Homosexuelle ab, bei katholischen fast ein Viertel. Die Zahlen sind nicht repräsentativ, betonen die Autoren der Studie. Die befragten jungen Erwachsenen stammen aus sozial schwächeren Milieus. Dennoch sind sich die Verfasser einig, dass Handlungsbedarf besteht.

Besuch der Regenbogenparade gegen Homophobie

„Wenn ein Freund oder Bruder schwul wäre, würde ich ihn umbringen“ war etwa eine Aussage, die sie von einem 16-Jährigen hörten.  Der Grund für die starke Ablehnung: Unwissenheit. „Die Jugendlichen weisen zum Teil starken Ekel, aber auch Besorgnis über gesellschaftlichen Werteverfall und ‚Ansteckungsgefahr‘ auf“, heißt es in der Studie.

Um dieser Unwissenheit entgegenzuwirken, plant der stadteigene Verein Wiener Jugendzentren (VJZ) konkrete Maßnahmen. Laut der österreichischen Tageszeitung „Heute“ sollen die Jugendlichen bei der Regenbogenparade teilnehmen. (So wie dieses Jahr auch Bundeskanzler Christoph Kern – MÄNNER-Archiv.)

Israelreise gegen Antisemitismus

Um sie darauf vorzubereiten, sollen im Vorfeld entsprechende Workshops stattfinden. „Wichtig ist, das Selbstwertgefühl aufzubauen“, sagte Manuela Smertnik vom VJZ gegenüber „Heute“. Dann sinke auch die Abwertung von anderen. „Wir versuchen, Settings zu schaffen, in denen sie Themen ansprechen können“, erklärt David Schwarz, Jugendarbeiter in der Großfeldsiedlung, einer Großwohnsiedlung in Wien. (Wo 2019 der EuroPride stattfindet – MÄNNER-Archiv.)

Auch andere Vorurteile sollen durch direkte Konfrontation beseitigt werden: Gegen Antisemitismus möchte man einen Austausch mit Israel anbieten. Denn fast die Hälfte der befragten Muslime und 28 Prozent der Orthodoxen zeigen judenfeindliche Tendenzen.

Titelbild: Thomas Koller/HOSI Wien


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